Ko-produktive und ko-kreative Transformation: Neue Innenstadtstrategie und Förderprogramm des Bundesinnenministeriums

DV begrüßt die Strategie des Beirats Innenstadt und das neue Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Diese greifen zentrale Botschaften der Vernetzungsinitiative „Gemeinsam für das Quartier“ auf.

Berlin, 23. Juli 2021. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat die Innenstadtstrategie des Beirats Innenstadt sowie das daran angelehnte und mit 250 Millionen Euro dotierte Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ veröffentlicht. Innenstadtstrategie und Förderprogramm bieten einen wertvollen und dringend notwendigen Unterstützungsrahmen zur Stabilisierung der in Folge der Corona-Pandemie geschwächten Zentren. Neben Vertreter:innen von Gewerbe- und Immobilienverbänden, der Gastronomie, der Kommunalen Spitzenverbände war auch der DV eng in die Arbeit des Beirats Innenstadt eingebunden. Für das Förderprogramm hat der DV bereits im September 2020 mit einer fachpolitischen Veranstaltung und dem gemeinsamen Positionspapier „Stoppt den Niedergang unserer Innenstädte“ zusammen mit der Bundesstiftung Baukultur, dem Handelsverband Deutschland (HDE) und urbanicom wichtige Impulse geliefert. Besonders erfreulich ist, dass dabei die bisherigen Ergebnisse der Vernetzungsinitiative „Gemeinsam für das Quartier“ des DV für eine aktivierende, ko-produktive und soziokulturelle Quartiersentwicklung Eingang in die Programmatik des BMI gefunden haben.

Die vom DV und dem Netzwerk STADT ALS CAMPUS und mit Unterstützung vom Büro planzwei im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (NSP) durchgeführte Vernetzungsinitiative „Gemeinsam für das Quartier“ bringt etablierte Akteur:innen der Immobilienwirtschaft und Privateigentümer, aus Kommunen und Stadtentwicklungsgesellschaften mit zivilgesellschaftlichen Initiativen und Akteur:innen aus Bildung, Gemeinwesenarbeit, Kreativwirtschaft und Kultur in neuen Allianzen zusammen. Gemeinsam arbeiten diese seit 1,5 Jahren an neuen, ko-kreativen, soziokulturellen Handlungsansätzen für lebenswerte, gemischte und resiliente Quartiere und lebendige und vielfältige Stadtgesellschaften. Der DV konnte mit anderen an der Vernetzungsinitiative mitwirkenden Organisationen wichtige zentrale Anliegen und Gedanken der Vernetzungsinitiative sowohl in die Innenstadtstrategie als auch in das Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ einbringen. Flankierende Empfehlungspapiere zur Gestaltung des Wandels der Innenstädte einiger Netzwerkpartner beinhalten ebenfalls entsprechende Überlegungen (siehe u.a. Positions- und Diskussionspapiere von DIE STADTENTWICKLER, Deutscher Städtetage und ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.).

In der Innenstadtstrategie finden sich unter anderem folgende zentralen Ansätze der Vernetzungsinitiative: Nutzungsvielfalt und -mischung mit kultur- und kreativwirtschaftlichen und gemeinwohlorientierten Bausteinen sowohl auf Quartiersebene als auch in Mixed-Use-Immobilien; Aktivierung neuer, kultur- und kreativwirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteursgruppen und Allianzen sowie deren Vermittlung, Vernetzung und Kooperation; Bewohner:innen und Privateigentümer:innen durch zivilgesellschaftliche Projekte zu aktiven Koproduzenten der Stadtentwicklung machen; die (temporäre) Zwischen- und Umnutzung von Leerständen als Experimentierräume für Bildung, Gemeinwesenarbeit, Soziokultur, Kreativwirtschaft und städtische Pioniere; innenstadtnahe Ansiedlung von Bildungs- und Kulturstandorten sowie innovative, explorative und experimentelle Ansätze zur Schaffung maßgeschneiderter und individueller Lösungen. Besonders unterstrichen wird zudem, dass die Innenstadt als Erprobungsraum bzw. Reallabor für neue Nutzungskonzepte genutzt werden sollte und flexible Flächenkonzepte, wie z. B. Co-Working-Spaces, FabLabs, InnovationLabs, Makerspaces ermöglicht werden sollten. Gerade in Reallaboren lassen sich neue Formate der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Stadtverwaltung und Wirtschaft erproben. Genau mit dieser Zielsetzung konkretisiert die Vernetzungsinitiative nun in künftigen Praxiswerkstätten weitere Prototypen für eine kreative, gemeinwesenorientierte Quartiersentwicklung.