Wo stehen wir auf dem Weg zu mehr bezahlbarem Wohnungsneubau?

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ifs Wohnungspolitisches Forum zieht nach neun Monaten Regierungsarbeit am 26. November 2018 in Berlin Bilanz

„Deutschland ist gebaut!“ Das war noch bis vor wenigen Jahren das Credo der deutschen Wohnungspolitik. Aufgrund der Bevölkerungsprognosen gingen damals alle davon aus, dass kein umfangreicher Wohnungsneubau mehr notwendig sei – Ersatzneubau und etwas zusätzlicher Wohnraumbedarf in einzelnen Wachstumsräumen einmal ausgenommen. Seitdem hat sich viel verändert: Mit der Finanzkrise und der Kapitalflucht ins Betongold, einer hohen Zuwanderung aus dem Ausland sowie der Binnenwanderung in die Wachstumsstädte ist die Wohnungsfrage heute dringender denn je. Dementsprechend nimmt die „Wohnraumoffensive“ einen gewichtigen Platz im Koalitionsvertrag ein. Sie knüpft an die Aktivitäten der letzten Legislaturperiode an, etwa das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen oder die Erhöhung der Kompensationsmittel für die Wohnraumförderung.

Die Bundesregierung hat sich selbst ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Zwischen 2018 und 2021 sollen 1,5 Millionen neue Wohnungen geschaffen werden. Der aktuelle Trend ist allerdings anders: Die Genehmigungszahlen gingen 2017 nach unten. Die Wohnungsbaufertigstellungen stagnieren und liegen noch immer mehr als 100.000 Wohneinheiten unter dem jährlichen Zusatzbedarf von 400.000 Wohnungen. Klar ist aber auch, dass der Bund alleine nicht für mehr Wohnraum sorgen kann: Auch die Länder und vor allem die Kommunen müssen die Voraussetzungen so gestalten, dass die Immobilienwirtschaft und die vielen privaten Bauherren ausreichend bauen können.

Nach neun Monaten Regierungsarbeit will das ifs Wohnungspolitische Forum eine Zwischenbilanz ziehen. Baukindergeld und die Verlängerung der Bundesmittel für den geförderten Wohnungsbau sind auf den Weg. Weitere Maßnahmen wurden zum Wohngipfel angekündigt, etwa die Sonderabschreibungen für bezahlbaren Mietwohnungsbau. Damit ist das zusätzliche Haushaltsvolumen aber größtenteils verplant. Was wird aus den weiteren Vorhaben: Gibt es endlich eine Erhöhung für die seit Jahren nicht angehobenen Schwellenwerte und die Förderhöhe der Wohnungsbauprämie? Kommt zusätzlich zum Baukindergeld ein Bürgschaftsprogramm? Wird die schon lange angekündigte steuerliche Förderung für energetische Sanierungen Realität? Gelingt es, die durch hohe Standards und Normen gestiegenen Baukosten in den Griff zu bekommen? Und gibt es ein Entgegenkommen der Bundesländer bei der Grunderwerbsteuer? Schließlich ist die entscheidende Frage: Reichen all diese Maßnahmen aus, um genügend neuen und vor allem bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die Wohneigentumsquote zu erhöhen?

Dies will das Wohnungspolitische Forum beleuchten und dabei auch in den Blick nehmen, welche Anstrengungen die Bundesländer und Städte bereits unternommen haben.

Weitere Informationen

Termin: 26. November 2018, 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Ort: Bausparhaus, Klingelhöfer Straße 4, 10785 Berlin

Das Programm und den Link zur Anmeldung finden Sie in Kürze hier.

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