Stadtentwicklung

Nachhaltige Stadtentwicklung ist eine integrierte, strategisch gesteuerte Querschnittsaufgabe. Sie verbindet räumliche, ökologische, soziale, kulturelle und ökonomische Dimensionen zu einem kohärenten Handlungsansatz und richtet alle relevanten Politik- und Planungsfelder auf gemeinsame Ziele aus. Vor dem Hintergrund von Klimawandel, Ressourcenknappheit, Flächenkonkurrenz und gesellschaftlichem Wandel arbeiten Kommunen in ganz Deutschland daran, ihre Entwicklungspfade langfristig, resilient und gemeinwohlorientiert auszurichten.

Zentral ist dabei eine integrierte Planung: sektorübergreifend, maßstabsebenen-übergreifend (Region–Stadt–Quartier) und akteursübergreifend. Sie bündelt Instrumente der Stadt-, Verkehrs-, Umwelt-, Wirtschafts- und Wohnraumplanung in gemeinsamen Strategien, verknüpft formelle und informelle Planungsinstrumente und setzt auf iterative Prozesse mit klaren Zielbildern, Prioritäten und Monitoring. Strategien wie die Innenentwicklung vor Außenentwicklung, die doppelte Innenentwicklung (Nachverdichtung bei gleichzeitiger Sicherung von Freiräumen), klimaangepasste und klimaneutrale Quartiere, Nutzungsmischung, kurze Wege sowie daten- und digital gestützte Planung bilden dabei zentrale Leitplanken.

Weitere wesentliche Ansätze sind:

  • Klimaschutz und Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe (z. B. Schwammstadtprinzip, blau-grüne Infrastruktur, hitzerobuste Stadtgestaltung, energieeffiziente und -neutrale Quartiere),
  • ressourcenschonende Flächenentwicklung (Flächenrecycling, Umnutzung, Mehrfachnutzungen),
  • kooperative Stadtentwicklung mit Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie frühzeitige, qualitätsvolle Beteiligung,
  • strategisches Flächen- und Bestandsmanagement, insbesondere bei Großimmobilien und Schlüsselarealen,
  • kulturelle und soziale Stadtentwicklung zur Stärkung lebendiger, inklusiver Quartiere,
  • Prozessinnovation und Digitalisierung (u. a. datenbasierte Entscheidungsgrundlagen, digitale Beteiligung, effizientere Verwaltungsabläufe).

Bund und Länder unterstützen diese Transformationsprozesse mit Förderprogrammen, Wissensnetzwerken und rechtlichen Rahmenbedingungen. Für eine langfristige Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit sind auch Projektentwickler, Wohnungswirtschaft sowie zivilgesellschaftliche Initiativen und Stadtmacher:innen systematisch einzubinden.

Der DV versteht sich als Plattform für den Austausch und die Weiterentwicklung integrierter, gemeinwohlorientierter Strategien und setzt sich mit seinen Aktivitäten besonders für folgende Handlungsfelder ein:

Boden- und Baulandpolitik
Eine aktive, strategisch ausgerichtete Liegenschaftspolitik ist Hebel integrierter Stadtentwicklung. Der DV fördert den Diskurs zu Instrumenten wie kommunalen Bodenfonds, Konzeptvergaben, kooperativen Baulandmodellen, Erbbaurechten und strategischem Flächenmanagement. Ziel ist es, Flächenverfügbarkeit, Nutzungsmischung, Klimaziele und soziale Ausgewogenheit frühzeitig und verbindlich zu sichern.

Städtebauförderung und Städtebaurecht
Als zentrale Instrumente integrierter Entwicklung müssen Förderkulissen und Rechtsrahmen konsequent auf aktuelle Transformationsaufgaben ausgerichtet werden. Der DV engagiert sich für eine Weiterentwicklung hin zu stärker integrierten, flexiblen und klimaorientierten Ansätzen sowie für die bessere Verzahnung formeller und informeller Planungsinstrumente.

Innenstädte und Zentren im Wandel
Der DV setzt auf strategische, integrierte Zentrenkonzepte: multifunktional, resilient und nutzungsgemischt. Durch die Verknüpfung von Handel, Wohnen, Arbeiten, Kultur und öffentlichen Räumen sowie durch flexible Nutzungsstrategien werden Innenstädte zu anpassungsfähigen, lebendigen Orten entwickelt.

Wohnquartiersentwicklung
Im Fokus stehen integrierte Quartiersansätze, die Klimaschutz, Anpassung, soziale Mischung, bezahlbaren Wohnraum und hochwertige Freiräume verbinden. Der DV fördert kooperative Entwicklungsmodelle und den Wissensaustausch zu innovativen Lösungen, etwa zur energetischen Quartiersentwicklung, zur Mobilitätswende im Quartier und zu neuen Formen des Zusammenlebens.

Mit diesem ganzheitlichen Selbstverständnis stärkt der DV integrierte Strategien und kooperative Ansätze als Schlüssel für eine nachhaltige, zukunftsfähige Stadtentwicklung.