Panelen Solarenergie

Vernetzt denken und handeln - Die Energiewende gemeinsam stemmen!

© DV, Michael Kirsten
Christian Huttenloher

Die Diskussionen zur Energiewende werden derzeit einmal mehr durch steigende Stromkosten und die EEG-Reform dominiert. Dies ist zwar mit Blick auf den Ersatz von Atomstrom verständlich, greift aber alleine zu kurz. Denn die Energie- und Klimaziele sind nur im Verbund von erhöhter Energieeffizienz und Ausbau der erneuerbaren Energien sowie von Wärme und Strom zu erreichen. Einen großen Beitrag soll laut Energiekonzept der Bundesregierung der Gebäudebestand leisten, auf den insgesamt 40 Prozent der Endenergie sowie 37 Prozent des CO2-Ausstoßes entfallen. Wohngebäude alleine verursachen 23 Prozent der CO2-Emissionen - 17 Prozent für Raumwärme und sechs Prozent für Haushaltsstrom. Bis 2050 soll der Gebäudebestand nahezu klimaneutral werden und dazu der Energieverbrauch um 80 Prozent reduziert werden; der restliche Energiebedarf soll mit erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Die Energiewende im Gebäudebereich: ein komplexes System

Lange Zeit lag der Schwerpunkt der Maßnahmen zur Verringerung von Energieverbrauch und CO2-Ausstoß im Gebäudebereich auf intensiver Dämmung. Allerdings sind hocheffiziente Vollsanierungen meist mit sehr hohen Investitionskosten verbunden. Gleichzeitig sind die tatsächlich zu erreichenden Einsparungen unsicher und es ergeben sich gebäudetechnische Folgeprobleme. Vor diesem Hintergrund tritt mittlerweile bei der energetischen Gebäudesanierung stärker die Modernisierung und Anpassung der Energieversorgung in den Vordergrund, was als dezentrale Lösungen auch mehrere Gebäude umfassen kann. Denn diese ermöglichen bei teils geringeren Kosten, z.B. mit erneuerbaren Energiequellen oder KWK - ähnlich hohe CO2-Einsparungen und beeinträchtigen das Erscheinungsbild der Gebäude und insgesamt das Stadtbild weniger.

Eine zentrale Fragestellung ist dabei, wie dezentrale und zentrale Lösungen für Energieerzeugung und -einsatz von Wärme und Strom in integrierten neuen Systemansätzen effizient und wirtschaftlich verbunden werden können. Beim Strom dominierten lange zentrale Systeme mit Großkraftwerken, von denen aus der Strom zu den Endkunden verteilt wurde. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und Kraft-Wärme-Kopplung wächst die dezentrale, teils kleinteilige Stromerzeugung und Eigenproduktion. Dies muss für den Erfolg der Energiewende dringend weiter befördert werden, eine wichtige Voraussetzung ist die Zwischenspeicherung. Die Wärmeversorgung ist je nach Quartier sehr heterogen. Größere Mehrfamilienhaussiedlungen werden häufiger über Nah- und Fernwärmenetze versorgt, vor allem in den neuen Bundesländern. Ein- und Zweifamilienhaussiedlungen und gemischt strukturierte innerstädtische Quartiere haben eher gebäudebezogene Heizungen. Hier zeigen sich aktuell ebenfalls Veränderungen: Bieten auch im heterogenen Bestand Nahwärmeinseln bzw. -netze günstige Alternativen? Inwieweit müssen bestehende Fernwärmenetze an einen sinkenden Wärmebedarf durch weniger Haushalte und verringerten Energieverbrauch angepasst werden?

Grundsätzlich besteht eine kontroverse Debatte um die Wirtschaftlichkeit energetischer Maßnahmen. Dies ist über die Umlage der Investitionskosten auf die Miete eng verbunden mit der Sozialverträglichkeit. Die Berechnungsgrundlagen sind auch Maßstab für die Höhe der öffentlichen Förderung. Die Auffassungen über anzuwendende Kriterien und Größenordnungen zur Bestimmung der Wirtschaftlichkeit gehen häufig auseinander: Sind Gesamtinvestitionskosten anzusetzen oder nur die energiebedingten Mehrkosten? Wie sind die Erhöhung des Wohnwerts und der Bestandserhalt gegenzurechnen? Sind Bedarfswerte oder Verbrauchswerte relevant und wie geht man mit zu negativen Bewertungen des Ausgangszustands bei gleichzeitig zu optimistischen Annahmen über den Energieverbrauch nach Modernisierung um?

Allerdings greift eine alleinige Reduktion auf Fragen der Wirtschaftlichkeit zu kurz, da energetische Maßnahmen auch andere nicht-monetäre positive Wirkungen für Selbstnutzer, Vermieter und Mieter haben. Hier haben verschiedene Eigentümergruppen unterschiedliche Motivationslagen und Interessen, je nachdem ob es sich um öffentliche Wohnungsunternehmen, Genossenschaften, private Wohnungsunternehmen, Kleinvermieter, Selbstnutzer in Eigentümergemeinschaften oder im Einfamilienhaus handelt. Genauso unterschiedlich sind deren Kapazitäten, energetische Maßnahmen durchzuführen, und zwar sowohl im Hinblick auf bestehendes Wissen als auch auf Finanzen. Bei Selbstnutzern und Privatvermietern wird dies entscheidend auch von deren Alter beeinflusst.

Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende sind die Akzeptanz und die Mitwirkung der Bevölkerung. Dies gilt sowohl für die energetische Gebäudesanierung als auch für Energieinfrastrukturen, wie z.B. große Erzeugungsanlagen (Windräder, Biogasanlagen etc.) sowie Verteilnetze. Hier spielt die Planung und Beteiligung eine entscheidende Rolle. Auch der direkte wirtschaftliche Mehrwert in der Region, an dem die Bürger z.B. über Energiegenossenschaften partizipieren können, kann mehr Akzeptanz schaffen.

Integriertes Denken und Handeln im Quartier

Ein Erfolg versprechender Weg hin zu einer partizipativen, klimafreundlichen, wirtschaftlichen und sozialverträglichen energetischen Erneuerung können integrierte energetische Konzepte auf Quartiersebene sein. Grundlage bildet eine umfassende Bestandsaufnahme. Bei dieser werden die städtebaulichen Strukturen, die verschiedenen Gebäudeeigentümer, die sozioökonomische Situation, die Haushaltsentwicklung sowie Energieversorgungssysteme zusammen mit Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien einbezogen . Dabei sind ganzheitliche, integrierte Planungen entscheidend, die Städtebau, Architektur und Energieeffizienz verzahnen, um Wohn- und Lebensqualität nachhaltig zu qualifizieren.

Aus der Bestandsaufnahme können verschiedene Investitionsvarianten entwickelt werden, um die geeignetsten Maßnahmenbündel aus Gebäudesanierung und Anpassung der Energieversorgung zu identifizieren und schrittweise umzusetzen. Die Konzepte müssen technologieoffen und flexibel weiterentwickelt werden können, um den technologischen Fortschritt aufzugreifen. Bei Maßnahmen im Quartiersverbund geht es vor allem darum, für Eigentümer wirtschaftlichere Lösungen zu finden, als dies bei einer Betrachtung von Einzelgebäuden möglich wäre. Hier gilt es, Synergien nicht nur durch Mengeneffekte, sondern durch die Verknüpfung gebäudebezogener und infrastruktureller Maßnahmen im Quartier zu erreichen.

Eine große Herausforderung bildet die Mobilisierung der Gebäudeeigentümer. Insbesondere Privatvermieter und Selbstnutzer - und noch mehr Wohnungseigentümergemeinschaften - brauchen vertrauenswürdige Informationen und Beratung über umsetzbare und lohnende Maßnahmen für die energetische Modernisierung und die Energieversorgung ihrer Gebäude. Maßnahmen müssen auf Freiwilligkeit beruhen und durch ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis überzeugen. Wichtig wäre es auch, den Eigentümern Finanzierungskonzepte zusammen mit Fördermöglichkeiten aufzuzeigen, was bisher jedoch kaum erfolgt. Auch ist es sinnvoll, Investitionen des einzelnen Eigentümers mit Siedlungs- oder Quartiersmaßnahmen zeitlich abzustimmen, wobei unterschiedliche Instandhaltungszyklen zu berücksichtigen sind. So lassen sich auch Eigentümergemeinschaften bilden, die gemeinsam günstiger investieren können, da Planungs- und Bauleistungen gemeinschaftlich vergeben werden.

Für die effiziente Energieversorgung bieten dezentrale Quartiersversorgungen interessante Alternativen, für die u.a. Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermie, Photovoltaik und Solarthermie, Wärmepumpen sowie Zwischenspeicher in verschiedenen Kombinationen intelligent genutzt werden können. Besonders wirtschaftlich lassen sich dezentrale Versorgungssysteme dann gestalten, wenn Wärme und Strom im Verbund erzeugt wird, und der Strom zu günstigen Konditionen direkt im Quartier genutzt werden kann. So lassen sich Mieten und Energiekosten bezahlbar halten und gegebenenfalls Einnahmen über eigenproduzierte Energie generieren. Dezentrale Versorgungslösungen dürfen jedoch nicht isoliert von gesamtstädtischen sowie regionalen Energieversorgungssysteme gestaltet werden, um positive Synergien zu nutzen und problematische Auswirkungen auf das Gesamtsystem zu vermeiden. Mitunter bestehen hierbei Interessenkonflikte zwischen Wohnungsunternehmen und Infrastrukturbetreibern, z. B. Stadtwerken, die bei der Konzepterarbeitung geklärt werden müssen.

Entscheidend sind die frühzeitige Einbindung und der Dialog verschiedener Eigentümergruppen, Mieter und Energieversorger. Dabei sind die unterschiedlichen, teils auch gegenläufigen Interessen, Motivationen und Kapazitäten in einem offenen und transparenten Kommunikationsprozess aufzugreifen. Dabei kann auf vorhandene Strukturen in der Verwaltung, in Quartieren (z.B. Quartiersmanagement) und in der Wirtschaft (Sanierungsträger, Wohnungsunternehmen, Stadtwerke) zurückgegriffen werden. Entscheidend für die Umsetzung sind die Nutzung und Bündelung einer Vielzahl weiterer Förderprogramme von Bund und Ländern zur Einzelgebäudesanierung (v.a. KfW-Gebäudesanierungsprogramm und Städtebauförderung) sowie zur Modernisierung der Versorgungsinfrastrukturen. Diese durch ein kompetentes Fördermittelmanagement effektiv zu nutzen, ist Aufgabe des Sanierungsmanagements.

Stärkung durch Bündelung und Verzahnung mit weiteren Mitteln sowie Planungssicherheit

Die Bundesregierung unterstützt mit dem KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung" seit Ende 2011 Kommunen dabei, energetische Quartierskonzepte zu erstellen und deren schrittweise Umsetzung durch ein Sanierungsmanagement anzustoßen. Bis Anfang 2014 wurden gut 439 Mittelzusagen mit einem Volumen von rund 140 Millionen Euro erteilt, davon 316 Zuschüsse für Konzepterstellung bzw. Sanierungsmanagement. Das Programm kommt vielfältigen Akteuren zu Gute und in unterschiedlichen Quartierstypen zum Einsatz: Von Eigenheimsiedlungen, über gemischte Innenstadtviertel und historische Altstädte bis hin zu Großwohnsiedlungen. Insgesamt trägt die energetische Stadtsanierung dazu bei, dass in den Städten und Gemeinden schrittweise ein zeitlich, technisch und akteursübergreifend abgestimmtes und für die spezifische Situation im Quartier geeignetes Maßnahmenbündel angegangen werden kann. Dieses sollte die folgenden, manchmal gegenläufige Anforderungen und Ziele miteinander in Einklang bringen:

  • Höchstmögliche Einsparungen an CO2 und Primärenergie
  • Einkommensadäquat bezahlbaren Wohnraum
  • Tragbare Energiekosten für alle Haushalte
  • Aufbau von technologisch nachhaltigen InfrastrukturenWirtschaftlichkeit von Investitionen in den Gebäudebestand
  • Ästhetisch ansprechendes Erscheinungsbild unserer Städte und Gebäude

Um die energetische Stadtsanierung noch wirkungsvoller zu machen und in mehr Kommunen zum Einsatz zu bringen, ist eine engere Verzahnung mit der weiteren Förderlandschaft und noch bessere Bündelung von Mitteln notwendig. Hierfür braucht es ein integriertes Fördermittelmanagement zwischen Bund und Ländern sowie eine intensivere interministerielle bzw. ressortübergreifende Abstimmung. Die Bundesländer sollten auch die Möglichkeiten der neuen EU-Strukturfondsperiode ab 2014 konsequent nutzen. Als zusätzlicher Anreiz für Kommunen sollte aus den Quartierskonzepten ein direkterer Zugang zur Investitionsförderung geschaffen werden. Für finanzschwache Kommunen sollten die Bündelungsmöglichkeiten mit anderen Förderprogrammen sowie die Anerkennung von Arbeitsleistung Dritter verbessert werden, um den Eigenanteil so weit wie möglich zu verringern. Hier können gerade Wohnungsunternehmen und lokale Energieversorger für das Programm eine noch stärkere Rolle übernehmen und ihre Ressourcen in den Prozess aktiv einbringen, da diese auch direkt davon profitieren.

© Andrea Kusajda, pixelio.de
Rapsfeld
© Projekt Urb.Energy
Sanierter Häuserblock in Brandenburg
© Projekt Urb.Energy
Plattenbauten in Jugla, Lettland

Integriertes Denken und Handeln im Quartier

Ein Erfolg versprechender Weg hin zu einer partizipativen, klimafreundlichen, wirtschaftlichen und sozialverträglichen energetischen Erneuerung können integrierte energetische Konzepte auf Quartiersebene sein. Grundlage bildet eine umfassende Bestandsaufnahme. Bei dieser werden die städtebaulichen Strukturen, die verschiedenen Gebäudeeigentümer, die sozioökonomische Situation, die Haushaltsentwicklung sowie Energieversorgungssysteme zusammen mit Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien einbezogen . Dabei sind ganzheitliche, integrierte Planungen entscheidend, die Städtebau, Architektur und Energieeffizienz verzahnen, um Wohn- und Lebensqualität nachhaltig zu qualifizieren.

Aus der Bestandsaufnahme können verschiedene Investitionsvarianten entwickelt werden, um die geeignetsten Maßnahmenbündel aus Gebäudesanierung und Anpassung der Energieversorgung zu identifizieren und schrittweise umzusetzen. Die Konzepte müssen technologieoffen und flexibel weiterentwickelt werden können, um den technologischen Fortschritt aufzugreifen. Bei Maßnahmen im Quartiersverbund geht es vor allem darum, für Eigentümer wirtschaftlichere Lösungen zu finden, als dies bei einer Betrachtung von Einzelgebäuden möglich wäre. Hier gilt es, Synergien nicht nur durch Mengeneffekte, sondern durch die Verknüpfung gebäudebezogener und infrastruktureller Maßnahmen im Quartier zu erreichen.

Eine große Herausforderung bildet die Mobilisierung der Gebäudeeigentümer. Insbesondere Privatvermieter und Selbstnutzer - und noch mehr Wohnungseigentümergemeinschaften - brauchen vertrauenswürdige Informationen und Beratung über umsetzbare und lohnende Maßnahmen für die energetische Modernisierung und die Energieversorgung ihrer Gebäude. Maßnahmen müssen auf Freiwilligkeit beruhen und durch ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis überzeugen. Wichtig wäre es auch, den Eigentümern Finanzierungskonzepte zusammen mit Fördermöglichkeiten aufzuzeigen, was bisher jedoch kaum erfolgt. Auch ist es sinnvoll, Investitionen des einzelnen Eigentümers mit Siedlungs- oder Quartiersmaßnahmen zeitlich abzustimmen, wobei unterschiedliche Instandhaltungszyklen zu berücksichtigen sind. So lassen sich auch Eigentümergemeinschaften bilden, die gemeinsam günstiger investieren können, da Planungs- und Bauleistungen gemeinschaftlich vergeben werden.

Für die effiziente Energieversorgung bieten dezentrale Quartiersversorgungen interessante Alternativen, für die u.a. Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermie, Photovoltaik und Solarthermie, Wärmepumpen sowie Zwischenspeicher in verschiedenen Kombinationen intelligent genutzt werden können. Besonders wirtschaftlich lassen sich dezentrale Versorgungssysteme dann gestalten, wenn Wärme und Strom im Verbund erzeugt wird, und der Strom zu günstigen Konditionen direkt im Quartier genutzt werden kann. So lassen sich Mieten und Energiekosten bezahlbar halten und gegebenenfalls Einnahmen über eigenproduzierte Energie generieren. Dezentrale Versorgungslösungen dürfen jedoch nicht isoliert von gesamtstädtischen sowie regionalen Energieversorgungssysteme gestaltet werden, um positive Synergien zu nutzen und problematische Auswirkungen auf das Gesamtsystem zu vermeiden. Mitunter bestehen hierbei Interessenkonflikte zwischen Wohnungsunternehmen und Infrastrukturbetreibern, z. B. Stadtwerken, die bei der Konzepterarbeitung geklärt werden müssen.

Entscheidend sind die frühzeitige Einbindung und der Dialog verschiedener Eigentümergruppen, Mieter und Energieversorger. Dabei sind die unterschiedlichen, teils auch gegenläufigen Interessen, Motivationen und Kapazitäten in einem offenen und transparenten Kommunikationsprozess aufzugreifen. Dabei kann auf vorhandene Strukturen in der Verwaltung, in Quartieren (z.B. Quartiersmanagement) und in der Wirtschaft (Sanierungsträger, Wohnungsunternehmen, Stadtwerke) zurückgegriffen werden. Entscheidend für die Umsetzung sind die Nutzung und Bündelung einer Vielzahl weiterer Förderprogramme von Bund und Ländern zur Einzelgebäudesanierung (v.a. KfW-Gebäudesanierungsprogramm und Städtebauförderung) sowie zur Modernisierung der Versorgungsinfrastrukturen. Diese durch ein kompetentes Fördermittelmanagement effektiv zu nutzen, ist Aufgabe des Sanierungsmanagements.

Stärkung durch Bündelung und Verzahnung mit weiteren Mitteln sowie Planungssicherheit

Die Bundesregierung unterstützt mit dem KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung" seit Ende 2011 Kommunen dabei, energetische Quartierskonzepte zu erstellen und deren schrittweise Umsetzung durch ein Sanierungsmanagement anzustoßen. Bis Anfang 2014 wurden gut 439 Mittelzusagen mit einem Volumen von rund 140 Millionen Euro erteilt, davon 316 Zuschüsse für Konzepterstellung bzw. Sanierungsmanagement. Das Programm kommt vielfältigen Akteuren zu Gute und in unterschiedlichen Quartierstypen zum Einsatz: Von Eigenheimsiedlungen, über gemischte Innenstadtviertel und historische Altstädte bis hin zu Großwohnsiedlungen. Insgesamt trägt die energetische Stadtsanierung dazu bei, dass in den Städten und Gemeinden schrittweise ein zeitlich, technisch und akteursübergreifend abgestimmtes und für die spezifische Situation im Quartier geeignetes Maßnahmenbündel angegangen werden kann. Dieses sollte die folgenden, manchmal gegenläufige Anforderungen und Ziele miteinander in Einklang bringen:

  • Höchstmögliche Einsparungen an CO2 und Primärenergie
  • Einkommensadäquat bezahlbaren Wohnraum
  • Tragbare Energiekosten für alle Haushalte
  • Aufbau von technologisch nachhaltigen InfrastrukturenWirtschaftlichkeit von Investitionen in den Gebäudebestand
  • Ästhetisch ansprechendes Erscheinungsbild unserer Städte und Gebäude

Um die energetische Stadtsanierung noch wirkungsvoller zu machen und in mehr Kommunen zum Einsatz zu bringen, ist eine engere Verzahnung mit der weiteren Förderlandschaft und noch bessere Bündelung von Mitteln notwendig. Hierfür braucht es ein integriertes Fördermittelmanagement zwischen Bund und Ländern sowie eine intensivere interministerielle bzw. ressortübergreifende Abstimmung. Die Bundesländer sollten auch die Möglichkeiten der neuen EU-Strukturfondsperiode ab 2014 konsequent nutzen. Als zusätzlicher Anreiz für Kommunen sollte aus den Quartierskonzepten ein direkterer Zugang zur Investitionsförderung geschaffen werden. Für finanzschwache Kommunen sollten die Bündelungsmöglichkeiten mit anderen Förderprogrammen sowie die Anerkennung von Arbeitsleistung Dritter verbessert werden, um den Eigenanteil so weit wie möglich zu verringern. Hier können gerade Wohnungsunternehmen und lokale Energieversorger für das Programm eine noch stärkere Rolle übernehmen und ihre Ressourcen in den Prozess aktiv einbringen, da diese auch direkt davon profitieren.


Der Deutsche Verband hat in der Fachreihe "Energieeffizienz im Wohnquartier" im zweiten Halbjahr 2013 die bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Programm zusammen mit Verbänden aus Immobilienwirtschaft, Planung und Architektur sowie Energiewirtschaft beleuchtet.

Auf dieser Grundlage entstand ein gemeinsames Positionspapier (KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung") mit zehn weiteren Verbänden aus Immobilienwirtschaft, Stadtentwicklung, Planung und Architektur.

Mit einem weiteren Positionspapier hat sich der Deutsche Verband zur Beachtung dezentraler Ansätze der Quartiersversorgung bei der EEG-Reform zu Wort gemeldet.

Bildnachweise von links oben nach rechts unten:
© Rainer Sturm, pixelio.de; © DV, Michael Kirsten; © Andrea Kusajda, pixelio.de; © Projekt Urb.Energy; © Projekt Urb.Energy;