Stellungnahme des DV zur Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“

In ihrer Sitzung am 7. Februar 2022 diskutierte die AG Europa des DV die Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“ mit Vertreterinnen der Europäischen Kommission. Ins Leben gerufen wurde die Initiative von der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, um den Green Deal für Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen und praktische Ansätze der Prinzipien von Ästhetik, Nachhaltigkeit und Inklusion aufzuzeigen. Allgemein begrüßten die Teilnehmer:innen aus Stadtentwicklung, Architektur, Bau- und Immobilienwesen und der Wissenschaft die Initiative der Kommission, da damit den übergeordneten Politiken des Green Deals eine kulturelle Dimension verliehen wird. Ganz besonders erwartete man aber auch, dass ein ganzheitlicher Ansatz in Bau- und Stadtplanung, der sowohl ökonomische als auch ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt, in der Initiative stärker Beachtung findet.

Als Ergebnis der AG Europa fasst ein Positionspapier nun die Sichtweisen der Akteur:innen zusammen und liefert konkrete Handlungsansätze, um die „Neues Europäisches Bauhaus“-Initiative zu untermauern. Entscheidend für den Erfolg der Initiative ist, dass diese über eine „Kampagne“ hinausgehen und dafür stärker operationalisiert werden muss. Hierzu sollte der integrative Ansatz der Bauhaus-Idee in seiner Ganzheitlichkeit durch einen integrativen, räumlichen Ansatz in der Initiative umgesetzt werden. Als die dafür geeignete Handlungsebene ist es entscheidend eine Maßstabsebene zu wählen, die die notwendige Breitenwirkung ermöglicht. Das Quartier bietet dafür eine Möglichkeit und erlaubt gleichzeitig einen größeren Handlungs- und Lösungskatalog, der über das Einzelgebäude hinauswirken kann und gleichzeitig städtische und infrastrukturelle Kontexte berücksichtigen kann. Die Neue Leipzig-Charta und die Urbane Agenda für die EU bieten bereits einen inhaltlichen Rahmen mit Grunsätzen der nachhaltigen und integrativen Stadtentwicklung und entsprechen damit den Grundprinzipien der Initiative. Überhaupt sollten bestehende Strukturen, über verschiedene Ebenen hinweg genutzt und vernetzt werden, wozu der deutsche Kontaktpunkt im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen einen wichtigen Beitrag leisten kann.

Hier können Sie das Positionspapier der AG Europa des DV finden. Weitere Informationen zur „Neuen Europäischen Bauhaus“-Initiative finden Sie hier.