DV würdigt seinen scheidenden Präsidenten und Vizepräsidenten

Die Neuwahl des Vorstandes brachte an der Spitze einige wichtige Veränderungen. Sowohl der Präsident Dr. Jürgen Heyer als auch der Vizepräsident Dr. Josef Meyer stellten sich nicht erneut zur Wahl. Für Vorstand und Verbandsrat würdigte Axel Gedaschko, Präsident des GdW deren Verdienste.

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Dr. Jürgen Heyer

Dr. Jürgen Heyer: Moderation konträrer Interessen

Dr. Jürgen Heyer wurde 2012 zum Präsidenten gewählt. In seiner sechsjährigen Präsidentschaft repräsentierte der ehemalige Bau- und Verkehrsminister von Sachsen-Anhalt in besonderer Weise den außerordentlichen Charakter des Verbandes als interdisziplinärer Zusammenschluss der öffentlichen und privaten Akteure für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung. Mit seiner ausgleichenden und verbindlichen Art gelang es ihm, unterschiedliche, teils kontroverse Interessen und Positionen zu moderieren. Durch eine verbandsinterne Strategiediskussion hat Dr. Heyer eine bessere Positionierung und politische Kommunikation in der Verbände- und Institutionenlandschaft auf den Weg gebracht. Dazu konnte er die Kontakte in die Politik ausbauen, vor allem zum Bundesbauministerium und zu Bundestagsabgeordneten. Dies bildete die Basis, dass der DV zahlreiche Vorhaben des Bundes betreut – von der Geschäftsstelle der Baulandkommission bis hin zur Vorbereitung einer neuen Leipzig-Charta zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020.

Als überzeugter Europäer lag Dr. Heyer gerade auch die Europaarbeit sehr am Herzen, die ein Aushängeschild des Verbandes ist. Ein weiteres Anliegen war ihm die Sicherung und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, wozu er sowohl für eine starke Wohnraumförderung als auch für ein sozial verantwortungsvolles Handeln der Immobilienwirtschaft eintrat. Mit Nachdruck hat er schließlich dafür gesorgt, das Format der Jahrestagungen neu zu gestalten und mit weiteren inhaltlichen Akzenten zu versehen.

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Dr. Josef Meyer: Aktualisierung des Themenspektrums

Dr. Josef Meyer wirkte als Vorstandsvorsitzender der BauGrund AG seit 2001 im Verbandsvorstand mit, 2009 wurde er erstmals zum Vizepräsidenten gewählt. In seiner neunjährigen Vizepräsidentschaft hat er maßgeblich dazu beigetragen, die finanzielle Basis zu konsolidieren, die Organisationsstruktur weiterzuentwickeln und das Netzwerk auszubauen. Darüber hinaus hat er vorausschauend Themen identifiziert und fokussiert, insbesondere in den Bereichen Energie, Bauland- und Bodenpolitik sowie  Digitalisierung. Durch die AG Energie, die AG „Aktive Liegenschaftspolitik“ des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen sowie die Verbändekooperation „Digitale Städte und Regionen“ konnte der DV Akzente setzen. Frühzeitig regte Herr Dr. Meyer zudem eine Positionierung zur Raumordnung für den Abbau regionaler Entwicklungsunterschiede an, lange bevor dies von der Politik aufgegriffen wurde.

Ebenso sehr engagierte sich Herr Dr. Meyer als Beauftragter des Deutschen Seminars für Städtebau und Wirtschaft – kurz DSSW – für attraktive und lebendige Innenstädte. Seit 2010 führt die DSSW-Plattform als Zusammenschluss privater Unternehmen und kommunaler Spitzenverbände die DSSW-Tradition DSSW mit Studien und Veranstaltungen fort. Unter anderem entstand eine viel beachtete Untersuchung zu den Wirkungen innerstädtischer Einkaufszentren. Und schließlich setzte er sich dafür ein, das „ifs Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen“ in den Verband zu integrieren, um dem Thema Wohneigentum wieder mehr Gewicht zu verleihen.

Im Namen aller Mitglieder dankten die Gremien beiden für ihren Einsatz und die gute Arbeit für den Deutschen Verband. Ihr Wirken wird lange in guter Erinnerung bleiben und hat dem Verband ein hohes Ansehen verliehen.

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