Deutsch-Österreichisches
URBAN-Netzwerk
Hintergrund und Entstehung
Der Austausch und die Verbreitung von Informationen und
Erfahrungen zur nachhaltigen Stadtentwicklung in
krisenbetroffenen Stadtteilen ist neben der Umsetzung konkreter
Projekte vor Ort ein wichtiges Element der
Gemeinschaftsinitiative URBAN. Die Europäische Kommission legt
bei der Durchführung von URBAN Wert auf einen aktiven
Erfahrungsaustausch, nicht nur unter den teilnehmenden Städten,
sondern auch mit anderen interessierten Städten auf nationaler
und europäischer Ebene.
Die Europäische Kommission hat deshalb angeregt,
Unterstützungsstrukturen einzurichten, die:
- URBAN-bedeutsame Aktivitäten in anderen Politikbereichen
auf nationaler Ebene sammeln, auswerten und den URBAN-Städten
zugänglich machen;
- die Beteiligung der URBAN-Städte an anderen transnationalen
Netzwerken unterstützen und die dort gewonnenen Erfahrungen
verwerten sowie
- eigene nationale Netzwerke mit Verbindungen zur regionalen,
nationalen und europäischen Ebene einrichten.
Bereits in der Phase der Erstellung der Programme der
Gemeinschaftsinitiative URBAN I wurden diese Anregungen in
Deutschland aufgegriffen: Auf Initiative des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Technologie (BMWi) schlossen sich 1996 die
deutschen URBAN-Städte und weitere interessierte Städte unter
dem Netzwerkmanagement des Deutschen Seminars für Städtebau und
Wirtschaft (DSSW) im Deutschen Verband für Wohnungswesen,
Städtebau und Raumordnung e.V. (DV) zum "URBAN-Netzwerk
Deutschland" zusammen. Einen bedeutenden ideellen und
finanziellen Beitrag zur Netzwerkarbeit leistet der Deutsche
Sparkassen- und Giroverband.

Ziele und Aufgaben
Ziel der Netzwerkarbeit ist es, die Netzwerkstädte bei der
Umsetzung ihrer Konzepte zur Revitalisierung der
krisenbetroffenen Stadtviertel zu unterstützen. Schwerpunkt
bildet die Organisation eines intensiven Erfahrungsaustauschs
sowie die Information über stadterneuerungsrelevante Aktivitäten
auf EU-, Bundes- und Länderebene. In diesem Zusammenhang werden
insbesondere optimierte Lösungsansätze ("best pratices") für
gleichgelagerte Problemfelder gemeinsam entwickelt. Ferner
beteiligt sich das Netzwerk am Informations- und
Erfahrungsaustausch mit anderen Städtenetzen und
stadtentwicklungsrelevanten Institutionen in Europa und leistet
Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sowie eine
wissenschaftliche Begleitung für die GI URBAN. Schließlich
unterstützt der Netzwerkmanager die Mitgliedsstädte bei der
verwaltungsmäßigen Abwicklung ihrer URBAN-Programme.

Erstes transnationales URBAN-Netzwerk
Aufgrund der guten Erfahrungen während URBAN I hat der
Erfahrungs- und Informationsaustausch auch im Förderzeitraum
2000 bis 2006 eine wichtige Bedeutung, so daß die Netzwerkarbeit
auch im Rahmen von URBAN II weitergeführt wird.
Die zwölf deutschen URBAN II - Städte wurden vom Netzwerk
bereits während der Erstellung ihrer Programme unterstützt und
nahmen an den Veranstaltungen des Netzwerks teil. Mittlerweile
sind sie offiziell dem URBAN-Netzwerk beigetreten. Mit dem
Beitritt der beiden österreichischen URBAN-Städte Graz und Wien
wurde aus dem "URBAN-Netzwerk Deutschland" das
"Deutsch-Österreichische URBAN-Netzwerk". Dies unterstreicht die
Bestrebungen des Netzwerks, künftig noch stärker auf
europäischer Ebene tätig zu werden und den Erfahrungs- und
Informationsaustausch vermehrt über die nationalen Grenzen
hinaus zu betreiben. Damit bildet das Deutsch-Österreichische
URBAN-Netzwerk auch eine gute Basis für den europäischen
Erfahrungsaustausch, wie der von der Europäischen Kommission
geplant ist.
Neben den URBAN II - Städten werden auch die URBAN I - Städte
nach der Abwicklung ihrer URBAN - Programme weiterhin in die
Netzwerkarbeit eingebunden. Darüber hinaus steht das
Deutsch-Österreichische URBAN-Netzwerk auch anderen Städten und
Institutionen offen, die gleichgeartete Programme und Projekte
zur Revitalisierung von städtischen Problemquartieren
durchführen oder durchführen wollen. So ist beispielsweise die
Niedersächsische Landestreuhandstelle als Landeskoordinator des
Bund-Länder-Programms "Stadtteile mit besonderem
Erneuerungsbedarf - Die Soziale Stadt" Netzwerkmitglied.
Ansprechpartner:
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Dr. Lothar Blatt
Leiter des Deutsch-Österreichischen URBAN-Netzwerkes und Repräsentant
des DV e.V. in Brüssel
Fon (00 32) 25 50 16 10
E-Mail: l.blatt@deutscher-verband.org |
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