PRESSEINFORMATION Deutsch-Österreichisches URBAN-Netzwerk - Impulse für die Städte Europas durch URBAN Mit der Gemeinschaftsinitiative URBAN hat sich die Europäische Kommission zum Ziel gesetzt, Städten in ganz Europa bei der Bewältigung ihrer Zukunftsaufgaben zu helfen. Seit Jahren schon zeichnet sich vor allem in Ballungsgebieten ein tiefgreifender Wandel ab: Neue Bevölkerungs- und Wirtschaftsstrukturen verändern ganze Stadtteile, traditionelle Indust-rien, Handel und Gewerbe verlagern ihre Standorte in Regionen außerhalb der Städte, Finanz- und Dienstleistungsbranchen sind immer weniger in die lokale Wirtschaft integriert. Die Konse-quenz: In den Kernstädten gehen immer mehr Arbeitsplätze verloren, mit der Folge massiver struktureller Veränderungen in Stadtgebieten sowie räumlicher und sozialer Ausgrenzung von Bewohnern. Die EU-Kommission versucht seit 1994, mit Hilfe der Gemeinschaftsinitiative URBAN diesen Problemen zu begegnen. Bis Ende 2001 werden EU-weit 118 städtische Gebiete durch EU-Fördermittel in Höhe von knapp 800 Mio. Euro unterstützt. Wegen der vielversprechenden Er-gebnisse und des großen Interesses wird die Gemeinschaftsinitiative für die Jahre 2000 bis 2006 unter dem Titel URBAN II fortgeführt. Aus dem Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) stehen für rund 70 städtische Entwicklungsgebiete 728,3 Mio. Euro zur Verfügung. Im Rahmen innovativer und integrierter Entwicklungskonzepte werden unter anderem folgende Aktionsbereiche behandelt: • Gemischte Nutzung städtischer Gebiete und umweltfreundliche Neuerschließung von Indust-riebrachen; • Stärkung des Unternehmertums und Auf- bzw. Ausbau von Beschäftigungsbündnissen; • Integration ausgegrenzter Bevölkerungsgruppen, erschwinglicher Zugang zu Basisdiensten; • Integrierte öffentliche Verkehrsnetze und Kommunikationssysteme; • Abfallreduzierung und –behandlung, rationelles Wassermanagement und Lärmverminderung sowie Senkung des Verbrauchs an Kohlenwasserstoffenergie; • Entwicklung der Potentiale von Technologien der Informationsgesellschaft; • Verbesserung des Stadtmanagements. Die deutschen und österreichischen URBAN Städte Durch URBAN I erhielten zwischen 1994 und 2001 folgende zwölf deutsche Städte eine Unter-stützung: Berlin, Brandenburg (Havel), Bremen, Chemnitz, Duisburg, Erfurt, Kiel, Halle (Saale), Magdeburg, Rostock, Saarbrücken und Zwickau. Für diese Städte belief sich das Europäische Fördervolumen auf 110 Mio. Euro. In Österreich wurden die beiden Städte Graz und Wien mit EU-Mitteln in Höhe von 13,3 Mio. Euro unterstützt. Für den Zeitraum von 2000 bis 2006 werden in Deutschland 149 Mio. Euro Europäische För-dermittel eingesetzt. Für eine Förderung wurden wiederum zwölf deutsche Städte ausgewählt: Berlin, Bremerhaven, Dessau, Dortmund, Gera, Kassel, Kiel, Leipzig, Luckenwalde, Mann-heim/Ludwigshafen, Neubrandenburg und Saarbrücken. In Österreich werden abermals die Städte Graz und Wien gefördert, in denen 8,4 Mio. Euro an Europäischer Förderung zur Verfü-gung stehen. Der Einsatz der Fördermittel erfolgt in den einzelnen Städten projektbezogen und konzentriert auf begrenzte Gebiete – vor allem städtische Quartiere, in denen typische Probleme wie Ar-beitslosigkeit, Armut, Schwäche der lokalen Wirtschaft, Überfremdung, Kriminalität oder ein mangelhafter Zustand der sozialen Infrastruktur und der städtischen Umwelt „brennglasartig“ gebündelt auftreten. Umgesetzt werden die Förderprojekte auf Basis integrier-ter Entwicklungsprogramme, die in die Gesamtstrategie der jeweiligen Stadt eingebunden sind und bei deren Realisation möglichst viele städtische Institutionen und gesellschaftliche Gruppen vor Ort mitwirken sollen. Programme, Initiativen und Erfahrungsaustausch Neben der Durchführung konkreter Stadtentwicklungsprojekte steht der Austausch und die Verbreitung von Erfahrungen und Informationen auf dem Gebiet der wirtschaftlichen und sozia-len Wiederbelebung krisenbetroffener Städte im Mittelpunkt. Dazu wird die URBAN-Initiative von den Mitgliedstaaten in Form von nationalen Netzwerken organisiert; auf europäischer Ebe-ne wird der Erfahrungsaustausch zudem von der EU-Kommission unterstützt. Die Aufgabe des Netzwerkmanagers für Deutschland wurde dem Deutschen Seminar für Städ-tebau und Wirtschaft (DSSW) im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung übertragen. Finanziert wird das URBAN-Netzwerk aus Beiträgen der teilneh-menden Städte und Fördermitteln des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Außer den URBAN-Städten steht das Netzwerk auch Städten und Institutionen offen, die gleich-geartete Programme und Projekte zur Revitalisierung städtischer Problemfelder durchführen oder planen. Im Mai bzw. Oktober 2001 traten zudem die österreichischen URBAN-Städte Graz und Wien dem Netzwerk bei, wodurch dieses zum Deutsch-Österreichischen URBAN-Netzwerk wurde. Dies unterstreicht die Bestrebungen, in Zukunft noch stärker auf europäischer Ebene ak-tiv zu werden und den Erfahrungsaustausch über die nationalen Grenzen hinaus zu betreiben. Seit Beginn der Netzwerkarbeit im Jahr 1996 haben insgesamt 29 Netzwerktagungen stattge-funden, an denen Vertreter der Mitgliedsstädte, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, der Landesre-gierungen, des Deutschen und Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes sowie weiterer interessierter Städte und Institutionen teilnahmen. Daneben sind Repräsentanten der gastge-benden Städte sowie Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Auf den Veranstaltungen werden die städtischen URBAN-Aktivitäten präsentiert und erläutert, ‚best-practice’ Beispiele vorgestellt sowie konkrete, stadtbezogene Probleme, Aufgabe und Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Jede Sitzung steht daher unter einem besonderen Schwerpunktthema. Zusätzlich findet in Arbeitskreisen die gemeinsame Erarbeitung konkreter Lösungsmodelle für aktuelle Problemstellungen statt. Außerdem werden die Mitglieder beraten, bei der Erstellung und Umsetzung der Operationellen Programme unterstützt und über stadtrelevante Initiativen und Förderprogramme der EU umfassend informiert. Weitergehende Informationen erhalten Sie beim: Deutsch-Österreichischen URBAN-Netzwerk c/o Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung 47-51, rue du Luxembourg B-1050 Brüssel Tel.: 0032 2 55016 – 10 / 11 Fax: 0032 2 50356 – 06 E-Mail: lothar.blatt@dsgv.de c.huttenloher@deutscher-verband.org Ansprechpartner: Dr. Lothar Blatt Christian Huttenloher