Weiterbildung in der Immobilienwirtschaft
Neue immobilienwirtschaftliche Weiterbildungsstudiengänge "Real Estate
Management" werden durch den Deutschen Verband unterstützt
"Die Versöhnung der Künstler und der Rechner in der Stadt-, Immobilien-
und Gebäudeentwicklung ist Voraussetzung für die Zukunft. Der Dialog
zweier bislang polarisierender Seiten wird eine der wichtigsten Aufgaben
der nächsten Jahre sein". Zukünftige Studiengänge, die sich mit der
Stadt-, Immobilien- und Gebäudeentwicklung befassen, sollten sich den
Herausforderungen der Nachhaltigkeit stellen, wie u. a. im Jahr 2000 auf
der Urban 21, der Weltkonferenz der Megastädte und der Berliner
Erklärung formuliert.
Die Ausbildung im Immobiliensektor wurde lange Zeit sträflich
vernachlässigt und war schlicht unprofessionell, sagen
Fachleute. Darum setzt die Branche auf Selbsthilfe und legt gemeinsam
mit einigen Hochschulen nun spezielle Weiterbildungsprogramme auf..
"Real Estate Management" heißt ein neuer Master-Studiengang, welche die
Fakultät VII Architektur Umwelt und Gesellschaft der TU Berlin ab dem
Wintersemester 2002/2003 anbietet (www.a.tu-berlin.de/rem). Der
Master-Studiengang Real Estate Management ist als Teilstudiengang neben
einer beruflichen Tätigkeit konzipiert. Er wird in einem Studienzeitraum
von zwei Jahren angeboten. Die Studierenden erwerben umfassende,
praxisorientierte Kenntnisse für eine spätere Tätigkeit im Berufsfeld
Standort- und Projektentwicklung sowie Immobilienmanagement. Der
Studiengang will sich bewusst auch inhaltlich auf den Standort
Berlin-Brandenburg beziehen. Architektur, Stadt- und Regionalplanung
sowie Bauingenieurwesen sind die gewünschten Fächer, welche die Bewerber
mit einschlägiger Berufserfahrung belegt haben sollten.
Einen weiteren Weiterbildungsstudiengang auf Universitätsniveau im Bau-
und Immobilienmanagement bietet die Bergische Universität Wuppertal mit
den Fachbereichen Bauingenieurwesen, Architektur und
Wirtschaftswissenschaften und der Unterstützung durch die Weiterbildung
Wissenschaft Wuppertal gGmbH jeweils ab April 2004 an (www.rem-cpm.de). Der Teilzeitstudiengang richtet sich an Architekten,
Ingenieure, Ökonomen und Juristen. Das Studium dauert vier Semester und
wird in Kooperation mit der University of Reading (nahe London)
durchgeführt, die auf diesem Gebiet einen international exzellenten Ruf
genießt. Die "handverlesenen" Absolventen des Studiengangs werden
komplexe Bau- und Immobilienprojekte von der Projektentwicklung über das
Management in Planung und Ausführung bis zur Gebäudebewirtschaftung in
Perfektion managen und die daran beteiligten Unternehmen leiten können.
Zulassungsvoraussetzungen für den Wuppertaler Elite-Studiengang sind ein
berufsqualifizierender akademischer Abschluss (FH, TU, Bachelor oder
gleichwertig) sowie eine mindestens einjährige Berufserfahrung.
Der gemeinnützige Verein agenda 4 (www.agenda4-online.de), in dem
namhafte Unternehmen und Institutionen der Immobilien- und
Wohnungswirtschaft vertreten sind, unterstützt auch materiell diese
Vorhaben. Anfang 1999 hat Bernd Heuer Dialog eine Befragung bei
Studenten der Architektur und Stadt- und Raumplanung durchgeführt mit
folgendem Ergebnis: Die Versöhnung der Künstler und der Rechner in der
Stadt-, Immobilien- und Gebäudeentwicklung ist Voraussetzung für die
Zukunft. "Der Dialog zweier bislang polarisierender Seiten wird eine der
wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre sein", so Herr Heuer. Die Idee -
agenda4 - wurde kurz danach geboren. agenda4 steht für Programm
einerseits und Unternehmensgeist andererseits und lehnt sich an die
Agenda 21 an. 4 steht für den interdisziplinären Ansatz - Planen, Bauen,
Managen/Betreiben und Finanzieren von Städten, Immobilien und Gebäuden.
Standort für die anlaufenden Aktivitäten ist zunächst Berlin. Die Stadt,
in der vor über 200 Jahren Karl Friedrich Schinkel die Bauakademie
gründete. Sie stand für qualitätsvolle und zeitgenössische Architektur,
innovatives Konstruieren und der Erhaltung historischer Bausubstanz.
Schinkel wollte das Nützliche mit dem Schönen verbinden und dabei neben
technischen Fragen auch Aufgaben der Ökonomie einbeziehen, denn
Sparsamkeit war in Preußen Anfang des 19. Jahrhunderts das Gebot der
Stunde. Agenda 4 will u. a. dieses Erbe wieder beleben und auf dieser
Basis dazu beitragen, Berlin als Kompetenzzentrum für nachhaltige
Stadt-, Immobilien- und Gebäudeentwicklung zu aktivieren.
Die Geschäftsstelle des Vereins agenda 4 ist beim Deutschen Verband für
Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung in Berlin angesiedelt. Hier
erhalten Sie nähere Informationen und Ansprechpartner der
Weiterbildungsstudiengänge.
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