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Paradigmenwandel in der Stadt-, Standort- und Projektentwicklung: Lehren für die Zukunft
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3. 6 Thesen zu einer nachhaltigen, integrierten Stadt- und Standortentwicklung

These 1: Der Paradigmenwandel muss als Chance für nachhaltige Stadt- und
Standortentwicklung begriffen werden, d.h. die akademischen Grundlagen dazu sind zu schaffen.

These 2: Keine nachhaltige Entwicklung mit qualitativem Wachstum ohne Forschung, d.h. deswegen müssen auch und gerade Universitäten sich des Themas annehmen.

These 3: Die komplexen Problemstellungen bedürfen interdisziplinärer
Kooperation in Teams. Konzentration auf die Schnittstellen der Disziplinen, d.h. vom fachbezogenen, sektoralen Beitrag des einzelnen in Forschung, Lehre und Praxis hin zu interdisziplinärer Kooperation in Teams.

These 4: Konstruktives Zusammenwirken der Stakeholder Planungshoheit, Grundstückseigentümer, Finanziers und Nutzer – optimal in PPP – bedarf eines systemischen Ansatzes: d.h. Abbau des gegenseitiges Missverstehens und Mißtrauens Planungshoheit, Grundstückseigentümer, Finanzier und Nutzer; durch Theoriebildung und Umsetzung in der Lehre.

These 5: Die Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette verbessert die Prozessqualität durch

  • Vermeidung unnötig hoher Zeit-, Qualitäts- und Terminrisiken
  • Beherrschung und Abbau der Schnittstellen
  • kontextuales Denken und Handeln aller Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette
  • transparente added values der jeweiligen Leistungsträger entlang der Wertschöpfungskette.
    (Die HOAI ist als deutsche Gebührenordnung hier wesentlich kontraproduktiv) d.h. Entwicklung einer interdisziplinären Prozeß-Ketten-Theorie mit workflows und Workflowmanagement


These 6: Skills sichern den Projekterfolg, d.h.

  • Projektmanagement Kenntnisse und konsequenter Einsatz der Methoden sind für Optimierung der Prozesse unerläßlich
  • Methodenkompetenz in Moderation und Mediation überwindet die systemimmanenten Konfliktpotentiale
  • Präsentationstechniken und -methoden
  • dienen der Überzeugung interdisziplinärer und mit verschiedenen Systempartnern besetzter Auditorien

4. Vision

Um die nachfolgende Generation von Technikern, Kaufleuten und Juristen, Soziologen und Ökologen zu befähigen, im konstruktiven Zusammenwirken des Öffentlichen Sektors mit der Wirtschaft interdisziplinär ausgewogene, nachhaltige Projektentwicklung zu betreiben, die im globalen Wettbewerb Bestand hat, müssen an

  • wirtschaftswissenschaftlichen
  • technischen
  • juristischen Fakultäten
  • interdisziplinäre
  • systemische
  • prozessorientierte

Ansätze zu integrierter Projektentwicklung erforscht und gelehrt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass keiner Disziplin ein Primat eingeräumt wird.

Von besonderer Bedeutung ist, dass die Ausbildung im Öffentlichen Sektor, also die Referendariatsausbildung, die beispielsweise in Bayern durch die Technische Universität München wahrgenommen wird, mit der privatwirtschaftlichen Ausbildung vernetzt wird. Dozenten aus beiden Sektoren sollten lehren. Studierende beider Sektoren sollten mindestens einmal die Projektentwicklung gemeinsam simulieren.

5. Zur Umsetzung der Vision bedarf es eines Konstruktiven Umfeldes von "Stakeholdern"

Die folgenden Darstellungen sind ein kurzer, historischer Rückblick. Sie geben Wahrnehmungen wieder, die von Akteuren im Umfeld von agenda 4 in den vergangenen Jahren gemacht wurden. Sie sind vor dem Hintergrund der derzeitigen bildungspolitischen Diskussion auf allen Ebenen des Staates, der Gesellschaft und in Hochschulen möglicherweise nicht nur von spezifischem Interesse in diesem Fall sondern signifikant für alle Ansätze zu interdisziplinärer Forschung und Lehre.

Es liegt nahe, Analyse, Thesen und die daraus entwickelte Vision insbesondere mit den ständischen Vertretern der beteiligten Disziplinen zu erörtern mit dem Ziel, gerade von dort, ideelle, materielle und bildungspolitische Unterstützung er erhalten. Angesprochen waren insbesondere die Architektenkammern, Anwaltskammern, die Industrie- und Handelskammern auf Länder- und nationaler Ebene, also "das Establishment".

Thesen und Vision wurden dort stets mit "großer Interessensbekundung" und Eingeständnis "bitterer Notwendigkeiten" kommentiert. Die erwartete ideelle, materielle und bildungspolitische Unterstützung blieb jedoch aus. Es verdichtete sich die Erkenntnis, dass die konzedierte Notwendigkeit einer Erneuerung vom "Establishment" nicht betrieben wird, ja, nicht einmal mit getragen wird.

Es mußte also eine neue, tragfähige Plattform geschaffen werden. Andere "Stakeholder" sollten in einer gemeinnützigen Interessengemeinschaft, der "agenda4 Community" versammelt werden. Die ersten Mitglieder dieser Community waren Bernd Heuer, Prof. Rolf Kyrein und weitere Gründungsmitglieder. Sie warben Hochschulen, Unternehmen und bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen Sektors für die Initiative.

Führende Medienunternehmen haben im Oktober 2005 eine breit angelegte Initiative "Du bist Deutschland!" initiiert. In einer Annonce dieser Initiative heißt es u. a.:

"(...) Behandle Dein Land doch einfach wie einen guten Freund. Meckere nicht über ihn, sondern biete ihm Deine Hilfe an. Bringe Deine Leistung, zu der Du fähig bist. Wenn Du damit fertig bist, übertriff Dich selbst. Schlag mit Deinen Flügeln, und reiß Bäume aus. Du bist die Flügel, Du bist der Baum. Du bist Deutschland (...)".

Die Initiative agenda 4, der Förderkreis und all die, die sich dem Förderkreis angeschlossen haben, insbesondere die TU Berlin, Fak. VI, die Bergische Universität Wuppertal und nun auch die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt Ingolstadt, haben diese Idee aufgegriffen.

Auf der Plattform der agenda 4 erbringen die Mitglieder insgesamt und jeder für sich im konstruktiven Zusammenwirken von

  • Wirtschaft
  • öffentlichem Sektor
  • Hochschulen

die Leistung, zu der jeder fähig ist, sie bieten ihre Hilfe an. Die Initiatoren fühlen sich nicht nur einer Gruppe junger Menschen, die zukünftig für nachhaltige Standortentwicklung zuständig sein sollen, sondern der Gesellschaft insgesamt verpflichtet.

Der Prozessorientierte Ansatz:
Das Curriculum bildet die gesamte Wertschöpfungskette von der Idee bis zur Ingebrauchnahme einer Immobilie, darüber hinaus ihre Folgenutzung ab.

Die Organisation des Studiums als Projekt. Das Curriculum ist Im Zusammenwirken von Wirtschaft öffentlichem Sektor und Hochschulen wurde für einen Postgraduierten Studiengang ein geeignetes Curriculum entwickelt.

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