Jahrestagung 2004 : Finanznot zwingt Kommunen zu neuer
Stadtentwicklungspolitik
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Prof. Dr. P. Klemmer, Präsident des DV |
Berlin- "Die Finanzierungsbasis der Kommunen muss
auf eine neue Grundlage gestellt werden. Das System der
Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden ist nicht mehr
situations- und aufgabenadäquat", so Herr Professor Dr. Paul Klemmer.
Der Präsident des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und
Raumordung e.V. warnte im Rahmen der Jahrestagung des Deutschen
Verbandes am 16. Juni 2004 in Essen davor, dass die sich verändernden
demographischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Situation
noch verschärfen würden.
"Auf der Einnahmenseite wird eine schrumpfende Einwohnerzahl bei den
Finanzzuweisungen zu sinkenden Einnahmen führen. Alterungsbedingt muss
es zu einem Rückgang der Steuerproduktiven Bürger kommen. Da die
Ausgaben erst zeitverzögert oder nur unzureichend zurückgefahren werden
können, laufen die meisten Kommunen in eine Finanzierungsfalle". Hiervon
seien, so Klemmer, die neuen Länder sowie das Ruhrgebiet besonders
betroffen.
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v.l.n.r.:Professor Dr. Paul
Klemmer (Präsident Deutscher Verband), Tilo Braune (Staatssekretär
beim Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen),
Dr.-Ing. Irene Wiese-von Ofen (Verbandsvorsitzende Deutscher
Verein), Dr. Harald Noack (Staatssekretär beim Finanzministerium
NRW), Hermann Marth (Vorstandsvorsitzender der RAG Immobilien AG)
und Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Zimmermann (Präsident der Akademie für
Raumforschung und
Landesplanung) |
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Die finanziellen Engpässe verlangten nach unterschiedlichen Reaktionen.
Es stehe eine Strategie der Kosteneinsparung an, die auch eine
Verwaltungsreform impliziere. Durch effizienten Einsatz vorhandener
Mittel müsse eine möglichst hohe Effektivität erzielt werden. Dabei
werde es zu einer Privatisierung öffentlicher Aufgaben sowie zu neuen
Finanzierungsmodellen, z.B. PPP-Modellen, kommen müssen.
Herr Professor Klemmer betonte, dass es in den nächsten
Jahren zu einer neuen Verteilung von Planung, Bau, Finanzierung, Betrieb
und Verwaltung von Aufgaben zwischen der öffentlichen Hand und privaten
Anbietern kommen wird . Die damit verbundenen, durchaus komplexen Fragen
der Finanzierung verbänden sich mit der aktuellen Diskussion um eine
kommunale Finanzreform bzw. eine große Steuerreform. Hierbei würden, so
Klemmer, die Gewerbe-, die Grund- und die Grunderwerbssteuer auf den
Prüfstand kommen. Zu prüfen sei, inwieweit die Einnahmenentwicklung
stärker von der demographischen Entwicklung abgekoppelt werden können.
Die diskutierten Reformvorschläge träfen die Kommunen zweifelsohne
unterschiedlich.
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Downloads
Hier finden Sie die Vorträge von der öffentlichen
Veranstaltung im Rahmen der DV-Jahrestagung 2004 zum downloaden:
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