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Schönheit ist messbar – Bewertung der Attraktivität von Geschäftsstraßen durch Kunden

Von Christoph Santl, Deutsches Seminar für Städtebau und Wirtschaft

Städte werden für Menschen gebaut, Geschäftsstraßen demnach für Kunden. Gute Geschäftsstraßen müssen nutzerorientiert gestaltet und organisiert sein. Aus diesem Grund ist es notwendig, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Nutzer des öffentlichen Raumes diesen empfinden und bewerten. Neben Aspekten des Angebots oder der Branchenmischung ist die Gestaltung aller auf den öffentlichen Raum einwirkenden Ausstattungs- und Gestaltungselemente, von der Stadtmöblierung bis hin zu den Fassaden, ein wichtiger Faktor für den Besucher - ob er Kunde wird, wie lange er bleibt und ob er zum Einkaufen wiederkommt.

Die Kriterien, die zu einem Urteil über die Attraktivität des öffentlichen Raumes führen, können in zwei Gruppen eingeteilt werden. Zur ersten Gruppe gehören die invarianten, nicht veränderlichen, Aspekte. Dazu zählen Symmetrie, Vegetation und bewegtes Wasser sowie ferner die Beachtung eines einheitlichen Maßstabs und Stils bei den angrenzenden Gebäuden. Diese werden interkulturell als positiv empfunden.

Zur zweiten Gruppe gehören die varianten, also veränderlichen, Einflussgrößen der Gefallenswirkung. Dazu können die drei Aspekte Zeit, Gesellschaftsgeschmack und Individualgeschmack gezählt werden. Personenkreisspezifische Hintergründe, wie Lebensstil oder Milieuzugehörigkeit, haben als variante Größe Einfluss auf das Empfinden kultureller Gestaltungselemente bzw. -stile, wie z. B. Fachwerk oder Sichtbeton. Variante Einflussgrößen sind Moden, Strömungen und Trends unterworfen.

Mit relativ einfachen Methoden kann die visuelle Wirkung einer Geschäftsstraße bzw. eines öffentlichen Raumes auf vielerlei Aspekte überprüft werden. Dies kann bereits im Planungsprozess geschehen, um mögliche Schwächen des Entwurfs zu beheben und eine wirksame Gestaltung umzusetzen. Als praktikabel erwiesen hat sich beispielsweise die direkte Befragung mittels semantischem Differentials und Einstellungsabfragen. Bei Entwürfen bietet die Bewertung von variantenreichen, fotorealistischen Darstellungen einen Ersatz für das Fehlen einer echten Situation.

Bei der Bewertung von Straßenräumen ist primär die angrenzende Architektur von Bedeutung, doch schon als zweites wird die Wichtigkeit einer einfachen Orientierung genannt. Eine übersichtliche und reduzierte Gestaltung des Straßenraumes wird von der Mehrheit als angenehmer empfunden.

Die Projektergebnisse sowie Arbeitshilfen und Materialien zu diesem Thema finden Sie unter http://www.dssw.de/reduktion.html Bei Fragen können Sie sich auch gerne an Christoph Santl, christoph.santl@dssw.de, wenden!
 

 

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