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Saubere Flüsse - Lebensqualität in der Stadt
Das Projekt SPREE2011

Weltweit entdecken Städte und Gemeinden das Potential und die Anziehungskraft ihrer Flüsse. Hamburg, Seoul und Berlin sind Beispiele dafür. Bauen und Leben am Wasser gehört zu einem der wichtigsten Themen der Stadtplanung und Standortpolitik. Die Hinwendung zum Gewässer ist allerdings meist auf die Ufergestaltung ausgelegt und somit eher konventionell. Das Wasser dient als vordergründige Kulisse und fließt häufig trüb an den neuen Gebäuden der Stararchitekten vorbei. Auch in Deutschland scheint es normal, dass Flüsse belastet sind, und der Blick auf den Grund nicht möglich ist. Die Wasserrahmenrichtlinie der EU fordert allerdings, dass die europäischen Gewässer bis Ende 2015 eine "gute Qualität" haben. Es muss viel getan werden.

Welches sind die Ursachen der Verschmutzung, wenn es nicht die mittlerweile streng kontrollierten Chemiefabriken sind? Eine wesentliche Belastung ist die Mischkanalisation, die in den meisten Städten weltweit als Abwassersystem installiert ist. Während heftiger Regenfälle, die besonders im Sommer auftreten, werden das Volumen und das Rückhaltevermögen des jeweiligen Kanalnetzes weit überschritten. Das Abwasser strömt dann, wenn auch stark verdünnt, ungeklärt in Flüsse und Seen. Um dies zu verhindern, muss es eigentlich sofort aufgefangen, zwischengespeichert und später den Kläranlagen zugeführt werden. In der Erde vergrabene Speicherbecken aus Stahlbeton können diese Aufgabe übernehmen. Diese Methode ist allerdings aufwändig und teuer, zu teuer für die kommunalen Etats.

In Berlin wird derzeit mit dem Projekt SPREE2011.Baden im Fluss.Mitten in Berlin an einer Lösung des Problems gearbeitet. Hier entsteht eine weltweit einmalige Technologie, die erheblich günstiger als die herkömmliche Methode ist: Speicher im Fluss vor den Einleitungsrohren der Kanalisation fangen das Abwasser direkt auf. Nach den Regenfällen wird es entweder in die nun wieder freie Kanalisation zurückgepumpt oder vor Ort gereinigt. Es gelangt kein Abwasser ins Gewässer.

Durch die Bauweise können auf den Speichern Plattformen entstehen, neue urbane Flächen, die sich für Gastronomie, Freizeit- und Serviceeinrichtungen, Grünanlagen und Schwimmbäder eignen. So entstehen Inseln, wo es am schönsten ist – mitten im Fluss. Die Einnahmen aus Verpachtung und Nutzung der Plattformen fließen in die Finanzierung der Abwasseranlagen ein. Die Naherholung kann von der Peripherie ins Stadtzentrum verlagert werden, die Innenstadt wird aufgewertet und zusätzlich eine Wertschöpfungskette in Gang gesetzt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im April 2007 rund zwei Millionen Euro zur Entwicklung der SPREE2011-Technologie zur Verfügung gestellt. Die Mittel werden verwendet, um eine Pilotanlage mit einem Fassungsvermögen von 1.500 m3 und einer Oberfläche von ca. 600 qm im Berliner Osthafen zu errichten, die im Juni 2008 in Betrieb gehen soll.

Hinter SPREE2011 steht das Berliner Unternehmen LURI.watersystems.GmbH. Der Bau und die Entwicklung der Pilotanlage werden in Kooperation mit vier Fachgebieten der Technischen Universität Berlin, koordiniert von Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch vom Institut für Bauingenieurwesen, drei Ingenieurbüros und fünf Unternehmen aus dem Bereich Wasserreinigungstechnologie vorangetrieben. Des weiteren sind die Berliner Wasserbetriebe und das KompetenzZentrum Wasser an der Forschung beteiligt.

www.SPREE2011.de

LURI.watersystems.GmbH
Dipl.- Ing. Ralf Steeg
Köpenicker Straße 48/49
D–10179 Berlin
Tel: 030 – 84 71 06 98-0
Fax: 030 – 84 71 06 98-9
 


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