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Kommission zur "Demographie"

Chancen der vor uns liegenden demographischen Entwicklung für die Wohnungs- und die Städtepolitik

 

Die Ergebnisse des Berichtes wurden am 01. April 2008 in Frankfurt am Main, Industrie- und Handelskammer, der Öffentlichkeit vorgestellt. Den vollständigen Bericht "Chancen der vor uns liegenden demographischen Entwicklung für die Wohnungs- und Städtepolitik" können Mitglieder zu einem Preis von 25 Euro und Nicht-Mitglieder für 30 Euro zzgl. Versandkosten beim DV beziehen. Bestellen Sie per E-Mail unter info@deutscher-verband.org

 

Die Stadtentwicklung wird durch sozioökonomische Trends, technologische Entwicklungen, institutionelle Gegebenheiten, normative Vorstellungen und eine historische Komponente beeinflusst. Die demographischen Trends lassen eine beachtliche Alterung, partielle Schrumpfung und eine Heterogenisierung der Bevölkerung erwarten. In diesem Kontext werden die arbeitsmarktbedingten Wanderungen an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig ist eine intensive Kopplung der Bevölkerungsentwicklung an die Wirtschaftsentwicklung festzustellen. Parallel hierzu wird eine Aufwertung der Integrationspolitik zu erwarten sein. Somit wird es zu einer immer stärkeren Spreizung der Bevölkerung im Raum kommen. Angesichts dieser zu erwartenden Entwicklungen kommt den Städten zukünftig in einer wissensbasierten Ökonomie eine immer größere Rolle als Entwicklungs- und Innovationsmotor zu. Somit lassen sich die Stellschrauben der Stadtentwicklung auf drei Bereiche reduzieren: Demographie, De-Industrialisierung sowie ein Trend zur wissensbasierten Ökonomie. In dem Wissen, dass es im Sinne einer zukunftsfähigen Städte- und Wohnungspolitik insbesondere einer positiven Besetzung des Themas "Demographie" bedarf, ist mit Hilfe der Kommission des Deutschen Verbandes nach den Chancen der demographischen Entwicklung zu fragen. In vier Blöcken sollen die folgenden Aspekte untersucht werden:

  1. Ist die (regionale) demographische Schrumpfung ein unumstößliches Datum?
  2. Wo liegen die Chancen derartiger partieller Schrumpfungsentwicklungen?
  3. Welche Chancen eröffnet eine veränderte Altersstruktur?
  4. Welche politischen Handlungsempfehlungen sind zu ziehen?

Anhand der Fragestellungen wird deutlich, dass die Konsequenzen des demographischen Wandels umfassende Interventionen in vielen städtischen Politikfeldern erfordern. Die thematische Ausrichtung der Kommission orientiert sich eng an den Kompetenzfeldern des Deutschen Verbandes, legt den Fokus auf raumrelevante Prozesse sowie diese unmittelbar und mittelbar beeinflussenden Steuerungsansätze und Instrumente. Querbezüge zu den benachbarten Politikfeldern wie z. B. Familien-, Renten- und Arbeitsmarktpolitik werden im Bericht durch Verweise abgebildet. Komplementär und verstärkend zum demographischen Wandel wirkt die Konjunktur des Arbeitsmarkts als Auslöser von Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands und auch als Taktgeber für die Zuwanderung von Außen. Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark regional ausdifferenziert, es stehen wirtschaftlich potente Regionen im Süden und Südwesten den strukturschwachen Gebieten im Norden und den Neuen Bundesländern gegenüber. Neben diesem groben Mustern existieren in Form der Metropolenregionen (Leipzig/Dresden, Hamburg) auch dort prosperierende Inseln. Insbesondere der Exodus an jungen ausgebildeten Menschen im Osten führte zu der heutigen Situation. In der Langfristperspektive ist davon auszugehen, dass alle Bundesländer schrumpfen und altern werden. Der Unterschied liegt in dem Ausmaß und in der Geschwindigkeit der Prozesse. Die Konjunktur und die regionalen Arbeitsmärkte wurden schon als wichtigste Impulsgeber für die Zukunftsfähigkeit angeführt, doch neben dem Ist-Zustand ist der Entwicklungstrend entscheidend, denn selbst der Blick in die jüngere Zeit zeigt, dass ehemalig wirtschaftlich schwache Gebiete, wie Bayern und Baden-Württemberg, sich durch eine innovative Wirtschaftspolitik stabilisieren oder eine Trendumkehr erreichen können. In der kleinräumigen Betrachtung wird deutlich, dass die Städte wesentlich bessere Ausgangsbedingungen im Wettbewerb um junge Menschen, Arbeitsplätze und damit auch Zukunftsfähigkeit haben. Das trifft sich mit den Trendaussagen zur Renaissance der (Innen-)Stadt als Wohnort. In umgekehrter Richtung haben sich strukturschwache Kreise fern ab von städtischen Zentren entwickelt. Die Schrumpfung eröffnet nicht die Möglichkeit des proportionalen Abbaus von öffentlichen Leistungen und damit der Kosteneinsparung. Vielmehr stehen die Städte vor kostenintensiven Rück- und Umbaumaßnahmen, z. B. in der technischen Infrastruktur, da die Schrumpfung in den seltensten Fällen der Netzlogik folgt, sondern nur zu Minderauslastung und damit Qualitätsproblemen z. B. bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung führt. Die Einrichtungen der sozialen Infrastruktur sind weitaus weniger netzgebunden. Ein Rückgang der Nutzerzahlen (z. B. Schüler) kann wesentlich besser kompensiert werden (Zusammenlegung/Ausdünnung). Die Vermeidung steigender Kosten oder höherer Mobilitäts- und Zeitaufwendungen verlangt jedoch organisatorische Neustrukturierungen. Die Schrumpfung eröffnet somit nicht die Möglichkeit des proportionalen Abbaus von öffentlichen Leistungen und damit der Kosteneinsparung. Vielmehr stehen die Städte vor kostenintensiven Rück- und Umbaumaßnahmen. In der Konsequenz der absehbaren räumlichen Entwicklungen müssen langfristige Ziele definiert werden, auf die sich alle beteiligten Akteure verständigen: Die vitalen Strukturen – das sind vor allem die Agglomerationsräume und die Städte – müssen gestärkt werden. Entsprechende Empfehlungen werden durch die Kommission erarbeitet, ein Bericht soll im Herbst 2007 publiziert werden.

 


Vgl. Kommissionsbericht "Chancen der vor uns liegenden demographischen Entwicklung für die Wohnungs- und Städtepolitik", Kapitel 1: Einführung, Abbildung 1.9: Herausforderungen des demographischen Wandels, S. 24 (Hrsg. Deutscher Verband)


Vgl. Kommissionsbericht "Chancen der vor uns liegenden demographischen Entwicklung für die Wohnungs- und Städtepolitik", Kapitel 1: Einführung, Abbildung 1.10: Bevölkerungsentwicklung in den Ländern, S. 25 (Hrsg. Deutscher Verband)


Vgl. Kommissionsbericht "Chancen der vor uns liegenden demographischen Entwicklung für die Wohnungs- und Städtepolitik", Kapitel 1: Einführung, Abbildung 1.11: Veränderungen der Bevölkerungszahl 2002 – 2020 in Prozent, S. 26 (Hrsg. Deutscher Verband)


 

Träger

Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.

Förderer

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

 

AMB Generali Immobilien GmbH

 

Deutscher Mieterbund e.V.

 

EUROHYPO AG

 

GSW Gemeinn. Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft mbH

 

HOCHTIEF AG

 

VdW Verband der Wohnungswirtschaft, Rheinland Westfalen e.V.

 

Volksfürsorge Holding AG

 

Zentralverband d. Deutschen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer e.V.

Kooperationspartner

 

Aareal Bank AG

 

Deutscher Städte und Gemeindebund

 

Deutscher Städtetag und StNRW

 

Dr. Klein & Co. AG

 

In.nova – Gesellschaft für Unternehmens-entwicklung mbH

Kommissionsvorsitz

Rüdiger Wiechers, Mitglied des Vorstands
Dr.-Ing. Irene Wiese-von Ofen, Vorsitzende des Verbandsrates

Wissenschaftliche Begleitung

Prof. Elke Pahl-Weber,
Dipl.-Ing. Ricarda Pätzold, TU Berlin, Institut für Stadt- und Regionalplanung
 

Projektlaufzeit

März 2006 – November 2007

Publikation

Abschlußbericht

Ansprechpartner:

Rüdiger Wiechers
An der Bleiche 5a
61118 Bad Vilbel
Tel. 0 61 01 – 98 29 45
Fax: 0 61 01 – 98 29 46
ruediger.wiechers@gmx.de

Dr. Hans-Michael Brey
Deutscher Verband für Wohnungswesen,
Städtebau und Raumordnung e. V.
Georgenstraße 21
10117 Berlin
Tel. 0 30 – 20 61 32 50
Fax 0 30 – 20 61 32 51
h-m.brey@deutscher-verband.org

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Dieser Text steht auch als Download zur Verfügung:
"Chancen der vor uns liegenden demographischen Entwicklung
für die Wohnungs- und die Städtepolitik
"
[PDF 35 KB]

Die Ergebnisse des Berichtes wurden am 01. April 2008 in Frankfurt am Main, Industrie- und Handelskammer, der Öffentlichkeit vorgestellt. Den vollständigen Bericht "Chancen der vor uns liegenden demographischen Entwicklung für die Wohnungs- und Städtepolitik" können Mitglieder zu einem Preis von 25 Euro und Nicht-Mitglieder für 30 Euro zzgl. Versandkosten beim DV beziehen. Bestellen Sie per E-Mail unter info@deutscher-verband.org oder telefonisch +49 - 30 - 20 61 32 50
 

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