Regionalkonferenz in Stuttgart nimmt Baulandentwicklung und wohnungspolitische Strategien in den Blick

Interkommunale Zusammenarbeit ist immer entscheidenderer Faktor für mehr bezahlbaren Wohnungsneubau

Die interkommunale Kooperation in einer Gesamtregion spielt eine Schlüsselrolle bei der Schaffung bezahlbarer Wohnungen in unseren Ballungsräumen. Dies war die zentrale Botschaft, die von der Regionalkonferenz „Akzeptanz für mehr Wohnungsneubau in Stadt und Region“ am 13. November 2018 in Stuttgart ausging. Der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (DV) organisierte die Veranstaltung zusammen mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und dem Bundesinnenministerium (BMI) sowie in Kooperation mit dem Verband Region Stuttgart.

Längst ist unstrittig, dass die Schaffung neuen bezahlbaren Wohnraums eine der größten sozialen Herausforderungen unserer Zeit ist. Weit weniger verbreitet scheint dagegen die Erkenntnis, dass diese Herausforderung nicht mehr auf Kernstädte beschränkt ist, sondern die Gesamtregion angeht. Dabei macht die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum vor kommunalen Grenzen nicht Halt, genauso wenig wie die nach flächendeckender Sozial-, Breitband- oder Verkehrsinfrastruktur. Dass die Bedeutung von gemeinsamen Lösungsansätzen zunimmt, zeigten die rund 150 Vertreter eines breiten Bündnisses von Bund, Ländern, Kommunen, Regionalverbänden und der Wohnungswirtschaft, die nach Stuttgart kamen, um innovative Konzepte und politische Rahmenbedingungen mit Vorreiterkommunen und den anwesenden Regionalverbänden sowie politischen Vertretern wie Landeswirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut oder Baustaatssekretär Gunther Adler zu diskutieren.

Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem innovative Modelle der Baulandentwicklung. „Städte und Gemeinden in Ballungszentren müssen bei der Baulandentwicklung über ihren kommunalen Tellerrand hinausschauen und über die Stadtgrenzen hinweg handeln – und das schnell und entschieden, denn die mangelnde Baulandmobilisierung ist derzeit der Flaschenhals auf dem Weg zu mehr Wohnungsneubau“, brachte es der Vizepräsident des DV, Dr. Josef Meyer, auf den Punkt. Dies hat die vom DV in Auftrag gegebene Expertise zur Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Wohnbaulandentwicklung erneut bestätigt (Veröffentlichung ausstehend, A.d.R.). Nun ist auch der Bund gefragt. Er muss seine Handlungsmöglichkeiten ausschöpfen und den Kommunen helfend zur Seite stehen – eine Forderung, die vermehrt auf der Konferenz zu hören war. Dieser Aufgabe widmet sich die vor kurzem gegründete Expertenkommission zu nachhaltiger Baulandmobilisierung und Bodenpolitik, die der DV als Geschäftsstelle begleiten darf.

Erfolgsfaktoren der Innenentwicklung bildeten ein weiteres Schwerpunktthema der Konferenz. Dabei stellten Vorreiterkommunen entscheidende Akzeptanzkriterien vor, wie zum Beispiel Durchmischung, städtebauliche Qualität sowie transparente und integrative Planungsprozesse. Darüber hinaus präsentierte das BBSR eine druckfrische Studie zur Aktivierung von Innenentwicklungspotentialen, die großen Anklang fand. Sie analysiert die Anforderungen an die Innenentwicklung, die von professionalisierten Beteiligungsverfahren (z.B. unterstützt durch kommunale Beteiligungsrichtlinien) und einer proaktiven Planung (z.B. unterstützt durch kommunale Baulandrichtlinien) bis hin zum Aufbau wohnungswirtschaftlicher Kompetenzen in der Verwaltung reichen. Die Studie kommt daher zu dem Schluss, dass die Entwicklung solcher akzeptanzkritischen Innenflächen – also das „Innenentwicklungsmanagement“ – eine zunehmend wichtige Querschnittsaufgabe in der Verwaltung darstellt. Die Beispielkommunen aus der Studie sowie die Vorreiterkommunen auf der Konferenz machten aber bereits auf eindrucksvolle Weise deutlich, dass sie das vielseitige Anforderungsprofil solcher „Innenentwicklungsmanager“ erfüllen und auch akzeptanzkritische Flächen erfolgreich entwickeln können.

Wie das gelingen kann, soll auch bei der Fortsetzung der erfolgreichen Regionalkonferenzen im Frühjahr 2019 im Mittelpunkt stehen. Die Planungen hierzu laufen bereits und auch dort wird das Thema Neubauakzeptanz wieder verstärkt aus der regionalen und interkommunalen Perspektive in den Blick genommen und gute kommunale Praktiken der Innenentwicklung werden vorgestellt.

Weiterführende Informationen

  • Hier finden Sie das detaillierte Programm sowie hier die Hintergrundpräsentation zur Regionalkonferenz in Stuttgart zum Download.
  • Hier finden Sie Informationen zu den ersten beiden Tagungen, die 2017 in Köln und Nürnberg stattfanden.
  • Hier finden Sie die Studie vom BBSR zu Erfolgsfaktoren der Innenentwicklung.

Bildergalerie - Regionalkonferenz Neubauakzeptanz in Stuttgart

Alexander Kentsch (Siedlungswerk) © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
v.l.n.r.: Thomas Bopp (VRS), Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (WM BW), Chritian Huttenloher (DV), Dr. Josef Meyer (DV) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Peter Bresinski (vbw) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
v.l.n.r.: Timo Heyn (empirica), Wilfried Wallbrecht (Esslingen), Jürgen Katz (Weil der Stadt), Thomas Bleier (STEG) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
v.l.n.r.: Markus Eichberger (Nassauische Heimstätte), Oliver Martini (Offenburg), Mathias metzmacher (BBSR) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
v.l.n.r.: Timo Heyn (empirica), Thomas Kiwitt (Verband Region Stuttgart), Antje Kosan (Regionalverband FrankfurtRheinMain), Christoph Trinemeier (Regionalverband Rhein-Neckar) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
v.l.n.r.: O.Wernicke (H&G Württemberg), P. Bresinski (vbw), C.Huttenloher (DV), Dr. E. Meyberg (WM BW), B. Hertweck (Wüstenrot) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Dr. Detlef Kron (Stuttgart) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Dr. Eckart Meyberg (Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Dr. Frank Pinsler (UWS) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Franziska Hettich (Quaestio) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Gunther Adler (Staatssekretär BMI), Christian Huttenloher (DV) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Gunther Adler (Staatssekretär BMI) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
© DV, Pressefoto Kraufmann
Helmuth Caesar (SWSG) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Bernd Hertweck (Wüstenrot Bausparkasse AG) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Dr. Josef Meyer (DV) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Dr. Josef Meyer (DV) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Lars Brügner (Vörstetten) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Mario Rösner (VOLKSWOHNUNG Karlsruhe) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Michael Schaub (Wüstenrot) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Sparkassenakademie Stuttgart - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Rainer Storz (Samariterstiftung) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
© Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Thomas Bopp (Verband Region Stuttgart) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Dr. Ute Redder (BMI) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Ottmar H. Wernicke (Haus und Grund Württemberg) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Bildnachweise von links oben nach rechts unten:
© Kara, fotolia.com; Alexander Kentsch (Siedlungswerk) © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; v.l.n.r.: Thomas Bopp (VRS), Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (WM BW), Chritian Huttenloher (DV), Dr. Josef Meyer (DV) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Peter Bresinski (vbw) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; v.l.n.r.: Timo Heyn (empirica), Wilfried Wallbrecht (Esslingen), Jürgen Katz (Weil der Stadt), Thomas Bleier (STEG) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; v.l.n.r.: Markus Eichberger (Nassauische Heimstätte), Oliver Martini (Offenburg), Mathias metzmacher (BBSR) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; v.l.n.r.: Timo Heyn (empirica), Thomas Kiwitt (Verband Region Stuttgart), Antje Kosan (Regionalverband FrankfurtRheinMain), Christoph Trinemeier (Regionalverband Rhein-Neckar) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; v.l.n.r.: O.Wernicke (H&G Württemberg), P. Bresinski (vbw), C.Huttenloher (DV), Dr. E. Meyberg (WM BW), B. Hertweck (Wüstenrot) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Dr. Detlef Kron (Stuttgart) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Dr. Eckart Meyberg (Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Dr. Frank Pinsler (UWS) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Franziska Hettich (Quaestio) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Gunther Adler (Staatssekretär BMI), Christian Huttenloher (DV) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Gunther Adler (Staatssekretär BMI) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Helmuth Caesar (SWSG) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Bernd Hertweck (Wüstenrot Bausparkasse AG) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Dr. Josef Meyer (DV) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Dr. Josef Meyer (DV) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Lars Brügner (Vörstetten) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Mario Rösner (VOLKSWOHNUNG Karlsruhe) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Michael Schaub (Wüstenrot) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Sparkassenakademie Stuttgart - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Rainer Storz (Samariterstiftung) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Thomas Bopp (Verband Region Stuttgart) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Dr. Ute Redder (BMI) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann; Ottmar H. Wernicke (Haus und Grund Württemberg) - © Pressefoto Kraufmann&Kraufmann;