Energieeffizienz im Wohnquartier

BMVBS initiiert Fachreihe - Durchführung zusammen mit dem Deutschen Verband

Die energetische Sanierung von Gebäuden verringert den CO2-Ausstoß deutlich. Die Modernisierung sollte sich jedoch nicht allein auf einzelne Gebäude richten: Denn mit Konzepten, die ganze Quartiere in den Blick nehmen, können durch Synergieeffekte zusätzliche Einsparungen an Kohlendioxid erreicht werden. Entsprechende Maßnahmen sollen dabei nicht nur wirtschaftlich sein, sondern gleichzeitig auch für einkommensschwache Haushalte bezahlbar bleiben. Wie aber können dort die oft widerstreitenden Aspekte wie CO2-Einsparung, Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit, Sozialverträglichkeit und städtebauliche Qualitäten unter einen Hut gebracht werden? Das wurde bei der Fachreihe "Energieeffizienz im Wohnquartier" diskutiert, die das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) initiiert und zusammen mit dem Deutschen Verband im Winter 2013 durchgeführt hat. 

Regionale Veranstaltungen in Leipzig und Mainz
Auf zwei regionalen Veranstaltungen in Leipzig und Mainz wurden Lösungsmodelle vorgestellt, die zu einer breiteren Umsetzung der energetischen Quartierserneuerung vor Ort beitragen können. Rahmenbedingungen, Wechselwirkungen und Interessengegensätze wurden erörtert, und daraus auch Vorschläge für die Anpassung bestehender Regelungen und Förderinstrumente erarbeitet. Hintergrund der Reihe ist das vom BMVBS bei der KfW aufgelegte Programm "Energetische Stadtsanierung". Damit fördert das BMVBS seit Ende 2011 integrierte energetische Quartierskonzepte und deren Umsetzung durch einen Sanierungsmanager.

Unterschiedliche Interessen unter einen Hut bringen
Bei den regionalen Fachtagungen standen vor allem praktische Umsetzungsprobleme bei der energetischen Sanierung im Quartier zur Diskussion. Diese ergeben sich oft aus der Zusammensetzung der Akteure. Denn Gebäudeeigentümer, Energieversorger und Kommunen verfolgen nicht immer gleiche Interessen. Auch Finanzierungsmöglichkeiten und die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen sind ein großes Hemmnis. Gerade Privatvermieter und Selbstnutzer, die drei Viertel aller Wohnungen besitzen, sind mit der energetischen Sanierung oft überfordert. Ein Schlüssel dafür sind zielgerichtete Beratungsinitiativen, bei denen z. B. der Sanierungsmanager die Gebäudeeigentümer aufsucht, informiert und ihnen Lösungen aufzeigt. Für den energetischen Umbau ist es auch notwendig, die Netzinfrastrukturen anzupassen. Dafür müssen neue Leitungen über Straßen und Privatgrundstücke verlegt werden. Dabei eventuell auftretende rechtliche Hemmnisse wurden ebenfalls in den Veranstaltungen erörtert.

Nebeneinander von Einzel- und Quartierslösungen erforderlich
Auch wenn integrierte energetische Quartiersansätze wichtige Impulse für die Modernisierung leisten, hat die Förderung von Einzelmaßnahmen nach wie vor einen hohen Stellenwert, um diese über die Wirtschaftlichkeitsgrenze zu bringen. Somit ist ein sich ergänzendes Nebeneinander von Einzel- und Quartierslösungen zwingend notwendig. Und auch verschiedene Maßnahmen müssen technisch und zeitlich abgestimmt werden, um eine größtmögliche Wirkung von Investitionen zu erreichen. Nicht zuletzt stellt sich schließlich Eigentümern, Mietern und Energieversorgern die Frage, wer welchen finanziellen Beitrag zu den Investitionen und laufenden Kosten leistet und wie Kosten und Einsparungen verteilt werden.

Praxisfragen, rechtliche Hintergründe und Förderlandschaft in Diskussion
Bei den beiden regionalen Fachtagungen reflektierten Experten aus Wissenschaft, Kommunen sowie von Verbänden der Wohnungs- und Energiewirtschaft die aktuelle Situation und beleuchteten Herausforderungen aus ihren Quartieren. Neben Fragen aus der Praxis wurden auch die steuerrechtlichen, energiewirtschaftlichen, ordnungs- und planungsrechtlichen Rahmenbedingungen diskutiert

Weitere Pilot- und Forschungsinitiativen