Drei-Prozent-Projekt

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Im Rahmen des „Drei-Prozent-Projekts“ werden kommunale Sanierungsfahrpläne modellhaft erarbeitet. Damit soll es gelingen, Energieeffizienzpotentiale in Quartieren zu heben und so die energetische Sanierungsrate im Gebäudebestand zu erhöhen. An dem Verbundforschungsprojekt arbeitet der DV gemeinsam mit der Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt mbH und der Hochschule für Technik Stuttgart. Zudem sind die Städte Ludwigsburg, Aachen und Mühltal bei Darmstadt beteiligt. Das Projekt wird über „EN:SYS – Energie“ aus dem Energieforschungsprogramm des Bundes gefördert.

Langfristiger Maßnahmenplan

Untersuchungsgegenstand ist ein langfristiger, schrittweise umsetzbarer Maßnahmenplan auf Quartiersebene. Dieser enthält geeignete Energieeffizienzlösungen für Quartiere mit verschiedenen Bau- und Eigentümerstrukturen. Dabei werden folgende Aspekte aufgegriffen:  

  • Instandhaltungs- und Modernisierungszyklen, Gebäudetypen, Baualtersklassen
  • kosteneffiziente und wirtschaftlich realisierbare Modernisierungsmaßnahmen
  • Technologien für Modernisierung und Anpassung der Energieversorgung
  • geeignete Finanzierungs- und Förderinstrumente
  • Gebäudeeigentümer mit unterschiedlichen Interessen, Motivationslagen und Kapazitäten

Jährliche Sanierungsquote von drei Prozent angestrebt

Der Fahrplan soll zudem eine Vorausschau von Technologie- und Kostenentwicklungen beinhalten. Zielwert ist eine durchschnittliche (Voll)Sanierungsquote von drei Prozent pro Jahr – als Kombination von schrittweisen Einzelmaßnahmen und Komplettsanierungen.

Das Projekt wird Rahmenbedingungen und Hemmnisse sowie Instrumente und Methoden zu deren Überwindung analysieren. Zudem erarbeiten die Konsortialpartner wissenschaftliche Grundlagen dafür, dass die kommunalen Sanierungsfahrpläne auch bei unterschiedlichen Problemlagen und Quartieren übertragbar sind. Es werden Handlungsvorschläge entwickelt, die wissenschaftliche Erkenntnislücken schließen und die praktische Umsetzung in den Modellquartieren vorbereiten. Ziel des Sanierungsfahrplanes ist es außerdem, die Gebäudeeigentümer und weitere Schlüsselakteure einzubinden und zu mobilisieren. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass die geplanten Maßnahmen zielgruppengerecht sind. Es ist entscheidend, dass die relevanten „Umsetzer“ den Fahrplan als Leitplanke für ihre Investitionsplanung aufgreifen, und ihn nicht als Zwangsinstrument ansehen.

Vor-Ort-Treffen und wissenschaftlicher Beirat

Im Rahmen des Projekts stehen verschiedene Vor-Ort-Treffen in den Untersuchungsquartieren aus Ludwigsburg, Aachen und Mühltal auf dem Programm. Dabei werden Ortsbeirats- oder Vereinssitzungen sowie öffentlichkeitswirksame Termine und Festveranstaltungen für einen niedrigschwelligen Kontakt mit relevanten Akteuren und den Einwohnern genutzt. Zudem soll ein wissenschaftlicher Beirat für das Projekt ins Leben gerufen werden. Das Forschungsvorhaben nimmt zudem am „Annex 63“ der Internationalen Energieagentur IEA teil. Beim Drei-Projekt-Projekt kann der DV auf seine bisherigen Aktivitäten zur energetischen Modernisierung von Gebäude- und Stadtstrukturen (Klimaschutzkommission, EU-Projekt Urb.Energy, Fachreihe „Energieeffizienz im Wohnquartier“) zurückgreifen.

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