Ziele und Aufgaben

Ziel der Netzwerkarbeit ist es, die Netzwerkstädte bei der Umsetzung ihrer Konzepte zur Revitalisierung der betroffenen benachteiligten Stadtviertel zu unterstützen.

Schwerpunkte: Erfahrungsaustausch und Information

Schwerpunkt bildet die Organisation eines intensiven Erfahrungsaustauschs sowie die Information über stadterneuerungs-relevante Aktivitäten auf EU-, Bundes- und Länderebene. In diesem Zusammenhang werden optimierte Lösungsansätze für gleichgelagerte Problemfelder gemeinsam entwickelt. Ferner beteiligt sich das Netzwerk am Informations- und Erfahrungsaustausch mit anderen Städtenetzen und stadtentwicklungsrelevanten Institutionen in Europa, wie z.B. URBACT und leistet Informations- und Öffentlichkeitsarbeit. Dadurch ist das Deutsch-Österreichische Urban-Netzwerk erfolgreich am europäischen Meinungs- und Willensbildungsprozess zur integrierten Stadtentwicklung im Rahmen der EU-Kohäsionspolitik beteiligt.

Unterstützung und Beratung

Der Netzwerk-Koordinator unterstützt und berät die Mitgliedsstädte bei der Umsetzung von städtischen Entwicklungsmaßnahmen, die aus den EU-Strukturfonds finanziert werden und vermittelt Kontakte zu Partnern auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene.

URBAN-Netzwerktagungen und Themen

Als Plattform für den Erfahrungsaustausch dienen die regelmäßig stattfindenden Netzwerktagungen. Die Themen der Veranstaltungen orientieren sich stark an den Handlungsfeldern einer integrierten Stadtentwicklung:

  • Förderung der lokalen Wirtschaft, insbesondere von KMU
  • Beschäftigungs- und Arbeitsmarktinitiativen
  • Aus- und Weiterbildung und Qualifizierung
  • Stadtmarketing und imageverbessernde Maßnahmen
  • Verbesserung von Einrichtungen und Angeboten in den Bereichen Sozialwesen, Kultur, Gesundheit und Sicherheit
  • Verbesserung der physischen Infrastruktur und der Umwelt
  • Partnerschaftliches Handeln und Bürgerbeteiligung
  • Instrumente und Verfahren zur Umsetzung integrierter Programme 
  • Städtebauliche Erneuerung

Daneben finden auf Initiative der Städte in kleinerem Rahmen Arbeitskreise zu speziellen Themen statt, um für gemeinsame Problemfelder optimierte Lösungsmodelle zu erarbeiten. Hierzu zählen Arbeitskreise u.a. zu KMU-Förderprogrammen sowie zu Indikatoren und Evaluierungen.

Hintergrund und Struktur

Entstehung

Die Europäische Union unterstützte seit 1994 durch die Gemeinschaftsinitiative URBAN europäische Städte bei der wirtschaftlichen und sozialen Revitalisierung krisenbetroffener Stadtteile. Ein wesentliches, flankierendes Element der Initiative war das gegenseitige Lernen und der Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Städten. So wurde bereits 1996 das URBAN-Netzwerk Deutschland durch den Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. mit Unterstützung durch den Deutschen Sparkassen- und Giroverband ins Leben gerufen. Erweitert um die österreichischen Städte Graz und Wien stellte das Deutsch-Österreichische URBAN-Netzwerk seit 2001 das erste grenzüberschreitende URBAN-Netzwerk dar.

Struktur

Nach der Überführung der GI URBAN in die Regelförderung der EU-Kohäsionspolitik 2007-2013 wurde 2009 die bislang erfolgreiche Netzwerkarbeit der URBAN-Städte mit dem Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. (DV) als Träger des Netzwerks weitergeführt und ausgeweitet. Stellvertretend für die einzelnen Bundesländer nehmen besonders interessierte Städte als Mitglieder im Netzwerk teil.

Mitgliedsstädte, Länder- und Bundesministerien, Europäische Kommission

Neben den Mitgliedstädten sind auch die zuständigen Ministerien der Bundesländer, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), das Österreichische Bundeskanzleramt und die Österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK) sowie die Europäische Kommission eng in die Aktivitäten eingebunden und begleiten seine Arbeit politisch. Zudem ist das Deutsch-Österreichische URBAN-Netzwerk direkt an der Organisation des "URBACT National Dissemination Points" für Deutschland und Österreich beteiligt, den der DV innehat. Mit dem "URBACT National Dissemination Point" sollen einerseits die Ergebnisse des URBACT-Programms auf nationaler Ebene besser zugänglich gemacht und an eine breite Fachöffentlichkeit verbreitet werden. Auf der anderen Seite sollen wiederum Informationen zur nationalen Stadtentwicklung in das URBACT II und das künftige URBACT III-Programm hineingetragen werden.

Horizontaler Austausch und Finanzierung

Damit ist sowohl der horizontalen Austausch zwischen den Städten, als auch der vertikale Austausch zwischen den Ebenen EU, Bund, Länder und der lokalen Ebene gewährleistet. Finanziert wird das Netzwerk über Mitgliedsbeiträge der teilnehmenden Städte und einer Kofinanzierung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.